Deutsche Tageszeitung - Katalanische Separatisten sollen mit Pegasus-Software ausspioniert worden sein

Katalanische Separatisten sollen mit Pegasus-Software ausspioniert worden sein


Katalanische Separatisten sollen mit Pegasus-Software ausspioniert worden sein
Katalanische Separatisten sollen mit Pegasus-Software ausspioniert worden sein / Foto: © AFP/Archiv

Die spanischen Behörden stehen im Verdacht, die Mobiltelefone von dutzenden Anführern der katalanischen Separatistenbewegung mittels der Pegasus-Software ausspioniert zu haben. "Wir sind alle in einer riesigen und illegalen Weise mittels Software ausspioniert worden, die nur Staaten besitzen können", schrieb der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont am Montag im Onlinedienst Twitter. "Politiker, Anwälte und Aktivisten sind alle Opfer von Spaniens schmutzigem Krieg", beklagte er.

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Laut einem Report der im kanadischen Toronto ansässigen Forschungsgruppe Citizen Lab, aus dem dem das US-Magazin "The New Yorker" sowie die spanische Zeitung "El País" zitierten, sollen die Mobiltelefone von mindestens 65 katalanischen Separatisten mit Pegasus infiltriert worden sein. Die Telefone sollen demnach in den Jahren 2017 bis 2020 mit der in Israel entwickelten Spionage-Software gehackt worden sein. Diese Art von Spionage ist in Spanien illegal.

Mittels Pegasus ausspioniert worden sein sollen laut Citizen Lab etwa der heutige katalanische Regionalpräsident Pere Aragonès, die früheren Regionalpräsidenten Quim Torra und Artur Mas, Mitglieder des katalanischen Parlaments und des Europaparlaments sowie Vertreter der katalanischen Zivilgesellschaft.

Puigdemont hingegen soll laut Citizen Lab nicht Zielscheibe der Pegasus-Attacken gewesen sein, wohl aber mehrere Menschen aus seinem Umfeld, darunter seine Frau. Puigdemont war nach dem 2017 gescheiterten Versuch der Abspaltung der Region Katalonien von Spanien nach Belgien ins Exil gegangen, um der Strafverfolgung in Spanien zu entgehen.

Für Dienstag sind in Brüssel Pressekonferenzen Puigdemonts und von EU-Parlamentariern zu den Spionagevorwürfen geplant (13.00 Uhr und 15.00 Uhr). Die spanische Regierung äußerte sich zunächst nicht zu diesen Anschuldigungen.

Die Pegasus-Software des israelischen Herstellers NSO ist in der Lage, sämtliche Daten von damit angegriffenen Mobiltelefonen auszulesen. Außerdem kann Pegasus unbemerkt Kamera und Mikrofon des jeweiligen Gerätes anschalten.

NSO war vergangenes Jahr mit Vorwürfen eines Verbunds 17 internationaler Medien konfrontiert worden, die Software sei zur Ausspähung von Journalisten, Politikern bis hin zu Staatschefs, Aktivisten und Unternehmenschefs in zahlreichen Ländern genutzt worden.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

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