Deutsche Tageszeitung - Israel fliegt nach Raketenangriff aus Gazastreifen Luftangriffe

Israel fliegt nach Raketenangriff aus Gazastreifen Luftangriffe


Israel fliegt nach Raketenangriff aus Gazastreifen Luftangriffe
Israel fliegt nach Raketenangriff aus Gazastreifen Luftangriffe / Foto: © AFP

Die israelischen Streitkräfte haben in der Nacht zum Donnerstag nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen Luftangriffe auf die palästinensische Mittelmeer-Enklave geflogen. Augenzeugen zufolge griff Israel eine Reihe von Zielen im Zentrum des Gazastreifens an. Ob es Opfer gab, war zunächst unklar. Zuvor war aus dem Gazastreifen nach Angaben der israelischen Armee eine Rakete auf Israel abgefeuert worden. Später folgten demnach mindestens vier weitere Raketen.

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Ein Trümmerteil der ersten Rakete sei in den Hof eines Hauses in der südisraelischen Stadt Sderot gefallen, teilte die Polizei am späten Mittwochabend mit. Verletzt wurde demnach niemand.

Es war das erste Mal seit Monaten, dass ein aus dem Gazastreifen abgefeuertes Geschoss israelisches Gebiet traf. Bereits am Montagabend war aus dem palästinensischen Küstengebiet eine Rakete abgefeuert worden, die jedoch vom israelischen Raketenschutzschild Iron Dome abgefangen wurde. Als Reaktion auf den Raketenangriff vom Montag hatte die israelische Armee Ziele im Gazastreifen angegriffen.

Die im Gazastreifen herrschende radikalislamische Hamas-Miliz verurteilte die neuerlichen Angriffe Israels. Diese würden nur die "Entschlossenheit" und den "Widerstand" erhöhen. Die Hamas werde "unsere heiligen Stätten in Jerusalem verteidigen, egal wie groß die Opfer sein mögen", erklärte ein Hamas-Sprecher.

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hatten sich zuletzt erheblich verschärft. Am Wochenende hatte es rund um den Tempelberg in Jerusalem eine Reihe gewaltsamer Zusammenstöße gegeben. Zwischen Freitag und Sonntag wurden dort mehr als 170 Menschen verletzt, die meisten von ihnen palästinensische Demonstranten.

Die Lage in der Jerusalemer Altstadt war in den vergangenen Tagen besonders angespannt, weil der muslimische Fastenmonat Ramadan in diesem Jahr mit dem jüdischen Pessach-Fest und Ostern zusammenfällt. Der Tempelberg ist allen drei monotheistischen Religionen heilig. Jüdische Gläubige dürfen den Platz vor der Al-Aksa-Moschee zu bestimmten Zeiten besuchen, beten dürfen sie dort aber nicht.

Am Mittwoch hinderte die israelische Polizei hunderte ultranationalistische jüdische Demonstranten am Zutritt zum muslimischen Teil der Jerusalemer Altstadt.

Die radikalislamische Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, hatte am Sonntag gewarnt, "Al-Aksa gehört uns und nur uns allein". Sie werde das Recht der Palästinenser, dort zu beten, verteidigen.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich "tief besorgt über die Verschlechterung der Situation in Jerusalem", wie sein Sprecher am Mittwoch in New York mitteilte. "Er steht mit allen Parteien in Kontakt, um die Spannungen abzubauen und hetzerische Aktionen und Rhetorik zu verhindern".

(P.Tomczyk--DTZ)

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