Deutsche Tageszeitung - Bericht: Von der Leyen will Neu Delhi Gründung von Handelsrat vorschlagen

Bericht: Von der Leyen will Neu Delhi Gründung von Handelsrat vorschlagen


Bericht: Von der Leyen will Neu Delhi Gründung von Handelsrat vorschlagen
Bericht: Von der Leyen will Neu Delhi Gründung von Handelsrat vorschlagen / Foto: © AFP

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen strebt eine Vertiefung der Handelsbeziehungen mit Indien und eine stärkere Zusammenarbeit im Bereich Technologie mit dem Land an. Wie das "Handelsblatt" am Sonntag unter Berufung auf EU-Kommissionskreise berichtete, will von der Leyen Indiens Premierminister Narendra Modi die Gründung eines gemeinsamen Handels- und Technologierats vorschlagen. Von der Leyen kommt am Montag mit Modi in Neu Delhi zusammen, am Sonntag führte sie in Indien bereits Gespräche zu Klima- und Energiethemen.

Textgröße ändern:

Die Gründung eines Handels- und Technologierats soll Indien dem Bericht zufolge helfen, sich unabhängiger von den Handelsbeziehungen mit China und Russland zu machen. Konkret geht es dabei demnach etwa um Mobilfunktechnologien wie 5G und 6G. Im vergangenen Jahr hatte die EU bereits mit den USA einen sogenannten Trade and Technology Council (TTC) ins Leben gerufen.

Laut "Handelsblatt" setzt sich die EU-Kommission zudem dafür ein, dass europäische Unternehmen Indien mit Rüstungsgütern versorgen. Dazu sollen sich die Konzerne auch an Joint Ventures mit Indien beteiligen. Auch die Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen mit Indien sollen demnach wiederbelebt werden.

Russland ist der historisch wichtigste Rüstungslieferant für Indien. Seit Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine bemühen sich westliche Staats- und Regierungschefs verstärkt, die Regierung in Neu Delhi zu einem Kurswechsel ihrer Russlandpolitik zu bewegen. Bisher hat Indien die russische Invasion der Ukraine nicht offiziell verurteilt.

Der Indien-Besuch von der Leyens folgt auf ein Telefonat von US-Präsident Joe Biden mit Modi sowie einem Besuch von Premierminister Boris Johnson in der indischen Hauptstadt in dieser Woche. Johnson hatte nach seinem Treffen mit Modi den Start einer neuen Partnerschaft mit Indien im Bereich von Verteidigung und Sicherheitspolitik verkündet.

Der Ukraine-Krieg dürfte im Zentrum des Gesprächs der EU-Kommissionschefin mit Modi am Montag stehen. Am Sonntag sprach von der Leyen mit den Mitgliedern eines Jugendforums über Klima- und Energiethemen. Dabei begrüßte sie die "ambitionierten" Klimaziele Indiens, das bis 2030 die Hälfte seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen decken will. Von der Leyen nahm am Sonntag außerdem an einer Diskussion der nahe Neu Delhi ansässigen Internationalen Solarallianz teil.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

"Völlig unverantwortlich": Republikaner kritisieren Trumps Russland-Kurs

US-Präsident Donald Trump rückt immer weiter von der Ukraine ab - und muss dafür heftige Kritik auch aus den eigenen Reihen einstecken. "Das ist völlig unverantwortlich", erklärte der republikanische Senator Thom Tillis am Samstag. "Wenn der Präsident die Energiepreise wirklich senken will, kann er das tun, indem er die Iran-Frage löst - nicht, indem er Wladimir Putin Gefallen erweist." Der russische Präsident führt seit fast fünf Jahren Krieg gegen die Ukraine.

Zahlreiche Verletzte und Festnahmen: Frankreich von Welle der Gewalt erschüttert

Brennende Gebäude, geplünderte Geschäfte, Straßenschlachten mit der Polizei: Frankreich ist am Wochenende von einer Welle der Gewalt erschüttert worden. Bei den Ausschreitungen am Rande von landesweiten Massenprotesten gegen die hohen Lebenshaltungskosten wurden in der Nacht zum Sonntag nach Angaben des Innenministeriums mehr als 1800 Menschen festgenommen und mehr als 500 Polizisten und Feuerwehrleute verletzt. Premier Sébastien Lecornu zeigte sich entsetzt.

"Wir müssen liefern": Söder fordert Umsetzung der Reformen

CSU-Chef Markus Söder hat die Bundesregierung zur Umsetzung angekündigter Reformen aufgefordert. "Wir müssen liefern", sagte Söder beim Deutschlandtag der Jungen Union am Sonntag in Bonn auch mit Blick auf das Erstarken der AfD in den Umfragen. "Ein Stillstand der Reformen aus Angst vor Diskussionen wäre wie Selbstmord aus Angst vor dem Tod", betonte der bayerische Regierungschef. "Wir sind jetzt gezwungen, das Angekündigte auch umzusetzen."

Fünf Tage nach Lungen-OP: Papst spricht Angelus-Gebet vor tausenden Gläubigen

Fünf Tage nach seiner Lungenkrebsoperation hat sich Papst Leo XIV. am Sonntag erstmals wieder an die Gläubigen auf dem Petersplatz gewandt und das Angelus-Gebet gesprochen. Von seinem Arbeitszimmer im Apostolischen Palast aus sprach er zu tausenden Menschen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten. Als er sich am Fenster zeigte, riefen die Gläubigen "Es lebe der Papst!".

Textgröße ändern: