Deutsche Tageszeitung - Merz: BKA wurde über meine "mögliche Reise" nach Kiew informiert

Merz: BKA wurde über meine "mögliche Reise" nach Kiew informiert


Merz: BKA wurde über meine "mögliche Reise" nach Kiew informiert
Merz: BKA wurde über meine "mögliche Reise" nach Kiew informiert / Foto: © AFP

Der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz hat am Montag auf Twitter seine Reisepläne in die Ukraine bestätigt, ohne einen Termin dafür zu nennen. Merz schrieb, das Bundeskriminalamt (BKA) sei "von meinem Büro über eine mögliche Reise nach Kiew informiert worden". Eine Begleitung durch das BKA "habe ich nicht angefordert und ist vom BKA auch nicht angeboten worden", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Der Berliner "Tagesspiegel" hatte am Sonntag berichtet, Merz habe die Sicherheitsbehörden erst am Freitag über die Reise informiert. Das BKA soll betont haben, es brauche für eine solche Reise in das Kriegsgebiet etwas mehr Vorlauf. Das Bundeskriminalamt habe dem CDU-Politiker "ausdrücklich" von der Reise abgeraten und ihn gebeten, den Besuch zu verschieben. Dem "Tagesspiegel"-Bericht zufolge soll Merz BKA-Personenschutz abgelehnt haben.

Der Stabschef des CDU-Vorsitzenden, Jacob Schrot, hatte am Samstag auf Twitter geschrieben, die Reise habe drei "Botschaften". Merz wolle unterstreichen, dass Deutschland an der Seite der Ukraine stehe. Er wolle "zuhören und die konkreten Unterstützungsbitten der ukrainischen Gesprächspartner nach Deutschland tragen".

Als dritte Botschaft führte Schrot an, dass Deutschlands Unterstützung der Ukraine "keine Frage von Regierung versus Opposition" sei. Er verwies auf den gemeinsamen Bundestagsbeschluss von Ampel-Parteien und Unionsfraktion zur Lieferung schwerer Waffen. "Diese gemeinsame staatspolitische Verantwortung von Opposition und Regierung" wolle Merz mit seinem Besuch zum Ausdruck bringen. Auch Schrot nannte keinen Termin für die Reise des CDU-Vorsitzenden.

Merz will nach Parteiangaben alle seine für Montag geplanten Parteitermine wahrnehmen. Gegen 16 Uhr ist in Köln eine Pressekonferenz mit CSU-Chef Markus Söder nach einer gemeinsamen Sitzung der Parteipräsidien geplant. Für 18 Uhr ist ein Wahlkampfauftritt von Merz und Söder im nordrhein-westfälischen Olpe vorgesehen.

Der "Tagesspiegel" hatte berichtet, die Reise solle in der Nacht zum Dienstag stattfinden. In Kiew solle es womöglich ein Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj geben.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

Brasilien: Lula und Bolsonaro überziehen sich im TV-Duell mit Vorwürfen

Eine Woche vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien haben sich der linksgerichtete Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und sein rechter Herausforderer Flávio Bolsonaro eine teils chaotische TV-Debatte geliefert. Beide Politiker überzogen sich in dem Duell des Fernsehsenders Band am Sonntag gegenseitig mit Vorwürfen und Beleidigungen und warfen einander vor, korrupt zu sein.

Juso-Chef Türmer verteidigt Rot-Grün-Rot in Berlin auch gegen Kritik aus der SPD

Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer hat ein mögliches Bündnis von Linken, Grünen und SPD in Berlin gegen Kritik auch aus Reihen der Sozialdemokraten verteidigt. Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus hätten die Berlinerinnen und Berliner klar gemacht, dass sie sich einen Politikwechsel wünschen, sagte der Chef der SPD-Nachwuchsorganisation am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Er sehe da eine Chance für Berlin.

SPD-Fraktionschef Miersch zweifelt an Berliner Koalition mit der Linken

In der schwarz-roten Koalition wächst die Kritik an einem möglichen Regierungsbündnis unter Führung der Linkspartei in der Hauptstadt. "Ich habe noch erhebliche Zweifel", sagte der Chef der SPD-Bundestagsfraktion, Matthias Miersch, am Sonntagabend in der ARD-Sendung "Caren Miosga". Vor allem Teile der Berliner Linken hätten aus seiner Sicht Fragen zum Umgang mit Antisemitismus und Clan-Kriminalität nicht ausreichend geklärt. Die SPD trage eine große Verantwortung und müsse sich genau überlegen, mit wem sie zusammenarbeite.

Nach tödlichem Brand auf Armeestützpunkt in Kanada wochenlange Ermittlungen erwartet

Nach einem der verheerendsten Brände in der Geschichte der kanadischen Streitkräfte mit vier Toten auf dem Gelände eines Stützpunkts im Westen des Landes ist die Ursache weiter unklar. Premierminister Mark Carney machte am Sonntag keine Angabe zum möglichen Auslöser. Generalmajor Wade Rutland sagte, er rechne mit wochenlangen Ermittlungen. Laut Behörden befanden sich zuletzt 19 von 39 Verletzten in einem "kritischen Zustand".

Textgröße ändern: