Deutsche Tageszeitung - US-Regierung ruft Politiker in Nordirland zur Machtteilung auf

US-Regierung ruft Politiker in Nordirland zur Machtteilung auf


US-Regierung ruft Politiker in Nordirland zur Machtteilung auf
US-Regierung ruft Politiker in Nordirland zur Machtteilung auf / Foto: © AFP

Nach dem Sieg der irisch-nationalistischen Sinn Fein bei der Regionalwahl in Nordirland hat die US-Regierung protestantische und katholische Politiker in der britischen Provinz aufgefordert, gemäß dem Karfreitagsabkommen die Macht zu teilen. Nordirlands politische Anführer seien aufgerufen, erneut eine übergreifende Regierung zu bilden, erklärte ein Sprecher des Außenministeriums in Washington am Samstag (Ortszeit).

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Sinn Fein war bei der Regionalwahl erstmals in der hundertjährigen Geschichte der britischen Provinz stärkste Kraft geworden. Die pro-britische DUP gestand ihre Wahlniederlage ein. Sinn Fein-Spitzenkandidatin Michelle O'Neill sprach vom Beginn einer "neuen Ära". Die 45-Jährige dürfte nun die erste Regionalregierungschefin werden, die für eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland einsteht.

Das Karfreitagsabkommen war 1998 geschlossen worden, um den gewaltsamen Konflikt zwischen pro-britischen Protestanten und den nach Unabhängigkeit von London strebenden Katholiken zu beenden. Es sieht vor, dass sich die beiden größten Parteien in der britischen Provinz die Macht teilen. Im Nordirland-Konflikt waren in drei Jahrzehnten fast 3500 Menschen getötet worden.

Die Sinn Fein galt früher als politischer Arm der paramilitärischen Irisch-Republikanischen Armee (IRA) und steht weiterhin für die Abhaltung eines Referendums über eine Wiedervereinigung des britischen Nordirlands mit der Republik Irland ein. Im Wahlkampf für die Regionalwahl stellte die Partei dieses Anliegen aber hintan und konzentrierte sie sich auf soziale Themen wie steigende Lebenshaltungskosten. O'Neill kündigte nun eine "gesunde Diskussion" über die irische Wiedervereinigung an.

(M.Travkina--DTZ)

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