Deutsche Tageszeitung - Spaniens Regierung gibt grünes Licht für Extra-Krankentage bei Menstruationsbeschwerden

Spaniens Regierung gibt grünes Licht für Extra-Krankentage bei Menstruationsbeschwerden


Spaniens Regierung gibt grünes Licht für Extra-Krankentage bei Menstruationsbeschwerden
Spaniens Regierung gibt grünes Licht für Extra-Krankentage bei Menstruationsbeschwerden / Foto: © LA MONCLOA/AFP

Spaniens Regierung hat ein Gesetz zur Einführung zusätzlicher Krankentage für Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden auf den Weg gebracht. Das Kabinett des linksgerichteten Regierungschefs Pedro Sánchez billigte am Dienstag einen entsprechenden Gesetzentwurf. Die umstrittene Regelung muss noch vom Parlament bewilligt werden. Sollten die Abgeordneten dem Gesetzentwurf zustimmen, wäre Spanien das erste Land in Europa mit bezahlten Extra-Krankentagen für Frauen mit Menstruationsbeschwerden.

Textgröße ändern:

Dem Gesetzentwurf zufolge sollen Frauen mit Menstruationsbeschwerden so viele Krankentage zusätzlich bekommen können wie sie benötigen. Der Lohnausgleich soll über das spanische Sozialversicherungssystem erfolgen.

Ob Sánchez, der eine Minderheitsregierung anführt, eine Mehrheit im Parlament für das Projekt bekommt, ist unklar. Eine Abstimmung über den Gesetzentwurf wird erst in einigen Monaten erwartet.

Die neue Regelung ist bei Gewerkschaften und Betroffenen umstritten. Kritikerinnen warnen, dass die zusätzlichen Krankentage Frauen stigmatisieren und ihren Zugang zum Arbeitsmarkt erschweren könnten. Die Regelung ist Teil eines Reformpakets, das Abtreibungen erleichtern und zudem die Mehrwertsteuer auf Binden und Tampons abschaffen soll.

Extra-Krankentage für Frauen mit starken Menstruationsbeschwerden gibt es bislang weltweit nur in wenigen Ländern, darunter Südkorea und Indonesien.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Moskau zu Verhandlungen mit der Ukraine und den USA Mitte November bereit

Russland hat sich nach einem Treffen von Präsident Wladimir Putin mit dem US-Gesandten Steve Witkoff ablehnend über Vorschläge für ein Ende des Ukraine-Kriegs gezeigt, zugleich aber Bereitschaft zu neuen Dreiergesprächen mit Washington und Kiew gezeigt. Kreml-Berater Juri Uschakow sagte am Mittwoch, von Witkoff übermittelte Vorschläge der Europäer und der Ukraine würden "nicht viel Substanz enthalten".

Selenskyj zum Einfrieren der Front im Ukraine-Krieg bereit

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Einfrieren der Frontlinie im Krieg mit Russland als einen möglichen ersten Schritt für eine Waffenruhe bezeichnet. "Wir müssen sie jetzt einfrieren", sagte Selenskyj am Mittwoch in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender Fox News. Dies sei der Weg, "um diesen Krieg zu beenden" und "das Minimum, was wir heute von Russland erwarten".

Bundeswehr: Personalaufwuchs erstmals über Jahresziel

Die Bundeswehr hat Anfang Oktober über 190.000 Soldatinnen und Soldaten verzeichnet - sie lag damit erstmals über den gesetzlichen Aufwuchszielen. Diese seien "mit dem einstellungsstärksten Monat Oktober" überschritten worden, teilte das Bundesverteidigungsministerium am Mittwoch mit. Das deutsche Militär soll laut Gesetz bis Ende 2026 auf 186.000 bis 190.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen.

Deutscher in Russland festgenommen - US-Bürger Hubbard nach vier Jahren frei

Die russischen Behörden haben einen ehemaligen Bundeswehrsoldaten wegen des Vorwurfs des "Söldnertums" für die Ukraine festgenommen - ein seit vier Jahren in Russland inhaftierter US-Bürger wurde derweil freigelassen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB habe "einen deutschen Staatsbürger festgenommen, der aktives Mitglied der ukrainischen Streitkräfte ist", berichteten russischen Nachrichtenagenturen am Mittwoch unter Berufung auf den FSB. US-Präsident Donald Trump erklärte, der US-Bürger Stephan Hubbard sei ohne Gegenleistung freigelassen worden.

Textgröße ändern: