Deutsche Tageszeitung - Agrarminister Özdemir will mehr Transparenz an internationalen Getreidemärkten

Agrarminister Özdemir will mehr Transparenz an internationalen Getreidemärkten


Agrarminister Özdemir will mehr Transparenz an internationalen Getreidemärkten
Agrarminister Özdemir will mehr Transparenz an internationalen Getreidemärkten / Foto: © AFP/Archiv

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat sich nach einem Gespräch mit dem Direktor des Internationalen Getreiderats, Arnaud Petit, für mehr Transparenz an den internationalen Getreidemärkten ausgesprochen. Nur mit aktuellen und schneller verfügbaren Statistiken könnten Spekulationen bekämpft und hohe Preisschwankungen verhindert werden, erklärte Özdemir am Donnerstag. Die Umweltorganisation WWF forderte, Getreide und Ölsaaten nicht mehr zu Biosprit zu verarbeiten.

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Nicht nur die Klimakatastrophe bedrohe die Ernährungssicherheit, der russische Krieg gegen die Ukraine habe den Druck auf die globalen Ernährungssysteme massiv erhöht, erklärte Özdemir. In der aktuellen Situation sei es wichtiger denn je, die Weltmärkte offen zu halten. "Nur so kommen Nahrungsmittel dort an, wo sie am dringendsten gebraucht werden: in den ärmsten Ländern der Welt, wo die Menschen Hunger leiden", erklärte Özdemir weiter.

Auch der WWF sprach sich dafür aus, Exportbeschränkungen und Ausfuhrsteuern einzelner Länder im Handel mit Getreide, Mehl und Öl zu verhindern. "Denn sie könnten zum gefährlichen Brandbeschleuniger für viele vom Hunger bedrohte Regionen werden."

Die EU-Mitgliedstaaten müssten aber auch "schnell und umfassend" ihre Verwendung von Getreide und Ölsaaten neu sortieren: "Auch dem letzten Fürsprecher von Raps in deutschen Autotanks muss klar sein: Deutschland muss so schnell wie möglich raus aus der Biospritfalle", erklärte der WWF. Lebensmittel gehörten auf den Teller und nicht in den Tank.

Dem Internationalen Getreiderat mit Sitz in London gehören neben der Europäischen Union 29 weitere Länder an, auch Russland ist Mitglied. Ziel der Organisation ist es, die Zusammenarbeit und die Stabilität auf den internationale Getreidemärkten zu fördern.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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