Deutsche Tageszeitung - Nordkorea heizt Spannungen mit Raketentests weiter an

Nordkorea heizt Spannungen mit Raketentests weiter an


Nordkorea heizt Spannungen mit Raketentests weiter an
Nordkorea heizt Spannungen mit Raketentests weiter an / Foto: © AFP

Durch neue Raketentests ist die angespannte Lage auf der koreanischen Halbinsel erneut deutlich geworden. Nordkorea testete am Sonntag nach Angaben des Generalstabs der südkoreanischen Armee acht ballistische Kurzstrecken-Raketen. Südkorea und die USA reagierten, indem sie am Montag ihrerseits acht ballistische Raketen in Richtung des Japanischen Meers abfeuerten. Vor Nordkoreas erneutem Raketentest hatten die beiden Verbündeten ihr estes großangelegtes gemeinsames Militärmanöver seit gut vier Jahren beendet.

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Ungeachtet internationaler Sanktionen feuerte Nordkorea innerhalb von etwa einer halben Stunde "acht ballistische Kurzstrecken-Raketen" ins Japanische Meer, wie der südkoreanische Generalstab am Sonntag erklärte. Am Montagmorgen feuerten daraufhin Südkorea und die USA innerhalb von zehn Minuten acht Boden-Boden-Raketen vom Typ ATACMS auf Ziele im Japanischen Meer ab.

"Unser Militär verurteilt die Serie an Provokationen durch ballistische Raketen durch den Norden", erklärte der südkoreanische Generalstab. Pjöngjang müsse Maßnahmen, "die die militärischen Spannungen auf der Halbinsel erhöhen", sofort einstellen. Vergangenen Monat hatten Südkorea und die USA auf den Test von drei Raketen durch Nordkorea ebenfalls mit dem Abschuss ballistischer Raketen reagiert.

Am Samstag hatten Südkorea und die USA eine großangelegte, dreitägige Militärübung beendet, an der unter anderem der US-Flugzeugträger "USS Ronald Reagan" beteiligt war. Es war das erste gemeinsame Manöver der beiden Verbündeten, seit Yoon Suk Yeol, der eine härtere Linie gegenüber Pjöngjang verfolgt, vergangenen Monat sein Amt als südkoreanischer Staatschef angetreten hatte.

Außerdem war es die erste gemeinsame Militärübung mit einem Flugzeugträger seit November 2017. "Die Übung hat die Entschlossenheit beider Länder gefestigt, entschieden auf jegliche nordkoreanische Provokation zu reagieren", erklärte der südkoreanische Generalstab.

Pjöngjang hat die gemeinsamen Manöver immer wieder als Proben für einen Einmarsch in Nordkorea verurteilt. Go Myong Hyun vom Asan Institute for Policy Studies sagte der Nachrichtenagentur AFP, Nordkorea habe die Raketen am Sonntag anscheinend abgeschossen, "weil das Ausmaß der gemeinsamen Manöver aus seiner Sicht zugenommen hat".

Nordkorea nahm in diesem Jahr bereits mehr als 20 Raketentests vor. Zuletzt schoss das international isolierte kommunistische Land am 25. Mai kurz nach einem Südkorea-Besuch von US-Präsident Joe Biden drei Raketen ab, darunter mutmaßlich seine größte Interkontinentalrakete. Die US-Regierung verhängte daraufhin neue Sanktionen gegen Nordkorea, scheiterte im UN-Sicherheitsrat mit ihrem Vorstoß für härtere internationale Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang allerdings am Veto von China und Russland.

Die USA warnen bereits seit Wochen, Nordkorea könne bald erstmals seit 2017 wieder einen Atomwaffentest vornehmen. In der Folge des damaligen Atomwaffentests hatte sich der UN-Sicherheitsrat das bislang letzte Mal auf Sanktionen gegen Pjöngjang einigen können. Nordkorea verfügt nach Diplomatenangaben über Atombomben und ballistische Raketen, hat es demnach aber bislang nicht geschafft, diese beiden Technologien zusammenzuführen.

Die Führung in Pjöngjang gibt ihr Streben nach Atomwaffen nach südkoreanischen Angaben trotz eines großen Corona-Ausbruchs in dem verarmten kommunistischen Land nicht auf. Experten befürchten sogar, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seine Pläne für einen erneuten Atombombentest beschleunigen könnte, um die Bevölkerung von den verheerenden Folgen des Corona-Ausbruchs abzulenken.

(L.Svenson--DTZ)

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