Deutsche Tageszeitung - IT-Beauftragter Richter sieht "immensen Investitionsbedarf" bei Cybersicherheit

IT-Beauftragter Richter sieht "immensen Investitionsbedarf" bei Cybersicherheit


IT-Beauftragter Richter sieht "immensen Investitionsbedarf" bei Cybersicherheit
IT-Beauftragter Richter sieht "immensen Investitionsbedarf" bei Cybersicherheit / Foto: © AFP/Archiv

Der IT-Beauftragte der Bundesregierung, Markus Richter, hält vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs deutlich mehr Anstrengungen für die Cybersicherheit in Deutschland für nötig. "Wir haben einen immensen Investitionsbedarf in unsere Infrastruktur mit Sicherheitstechnik, und auch dass wir neue Technologien dort aktivieren", sagte Richter am Mittwoch im Deutschlandfunk. Es gehe hier um mehrere Milliarden Euro.

Textgröße ändern:

Im Koalitionsvertrag sei bereits festgehalten, dass die Strategien für Cyber- und IT-Sicherheit weiterentwickelt würden, führte Richter aus. Die Notwendigkeit dazu zeige sich jetzt angesichts des Krieges in der Ukraine "in besonderer Weise nochmal".

Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium erläuterte, dass deutsche Stellen eng mit der ukrainischen Cyberabwehr zusammenarbeiteten. "Ein Szenario, das wir dabei betrachten, ist vor allem das Durchfressen von Angriffen": Da die Welt heutzutage sehr vernetzt sei, könnten sich Cyberattacken, die zunächst gegen ein ukrainisches Ziel gerichtet seien, auch auf Deutschland auswirken. Dies sei bereits der Fall gewesen, als ein ukrainisches Satellitensystem attackiert wurde, wodurch die Fernwartung eines deutschen Windparks gestört worden sei.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sagte dazu im RBB-Inforadio, es habe seit Kriegsbeginn zwar noch keine russischen Cyberangriffe gegen Deutschland gegeben. "Aber ja, wir werden abgescannt nach Schwachstellen", fügte sie hinzu. Auch Faeser verwies auf "Spillover-Effekte" wie den Fall des Satellitensystems und der Windkraftanlage.

Faeser betonte ebenfalls, es seien umfangreiche Investitionen in Technik und Personal nötig, um die Netze abzusichern und Angriffe abwehren zu können. "Wir wollen zum Beispiel ein eigenes Cyber-Kompetenzzentrum aufbauen, das dann auch die Behörden vor Ort beim Schließen von Sicherheitslücken unterstützt und befähigt. Wir wollen einen Chief-Information-Security-Officer des Bundes, damit wir einfach Ansprechpartner haben und auch die Kompetenzen bündeln können."

Faeser bekräftigte ihr Vorhaben, in diesem Zusammenhang das Grundgesetz zu ändern. Dort solle festgeschrieben werden, dass der Bund die führende Rolle in Sachen Cybersicherheit übernimmt.

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

Regierung hält am Ziel der Stromsteuersenkung fest - Merz spricht mit Klingbeil

Die Bundesregierung hält am Ziel einer Senkung der Stromsteuer für alle fest. Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer verwies am Freitag in Berlin jedoch auf den Finanzierungsvorbehalt. Druck, das Versprechen aus dem Koalitonsvertrag nun schnell umzusetzen, kam weiter aus den Ländern und der Opposition im Bundestag. Von dort gab es auch Vorschläge zur Finanzierung.

Kurz vor der Wahl: Netanjahu ordnet nach Angriff "Abriegelung" von Westjordanland an

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel hat Regierungschef Benjamin Netanjahu nach einem bewaffneten Angriff mit fünf Verletzten nahe Hebron eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlandes angeordnet. Netanjahu erklärte am Freitag, Israel habe einen "schweren Terroranschlag" verhindert, nachdem Soldaten zwei mutmaßliche palästinensische Angreifer getötet hatten. Die israelische Armee startete daraufhin Anti-Terror-Einsätze. Netanjahu strebt bei der Wahl am Dienstag eine weitere Amtszeit an, Sicherheit ist ein zentrales Wahlkampfthema. Seine rechtsextremen Minister forderten nach dem Vorfall ein härteres Vorgehen im Westjordanland.

Kanzler Merz reist ab Montag nach Asien: Singapur, Japan und Südkorea Stationen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) reist ab Montag zu Gesprächen über die Wirtschaft und Sicherheitspolitik nach Asien. Wie ein Regierungssprecher am Freitag mitteilte, wird er bis Ende der Woche Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Bericht: Zahl der Extremisten mit Waffenerlaubnis auf mindestens 1600 gestiegen

Trotz einer Gesetzesverschärfung ist die Zahl von Extremisten mit einer Waffenerlaubnis nach einem Medienbericht im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Wie der Rundfunksender NDR am Freitag unter Berufung auf eine Abfrage bei allen Innenministerien der Länder berichtete, besaßen Ende 2025 mehr als 1600 Extremisten eine waffenrechtliche Erlaubnis. Für das Jahr 2024 hatte eine NDR-Abfrage mindestens 1500 Extremisten mit Waffenerlaubnis ergeben.

Textgröße ändern: