Deutsche Tageszeitung - Trittin nennt deutsche Zahlungen für Energie an Russland erschreckend

Trittin nennt deutsche Zahlungen für Energie an Russland erschreckend


Trittin nennt deutsche Zahlungen für Energie an Russland erschreckend
Trittin nennt deutsche Zahlungen für Energie an Russland erschreckend / Foto: © AFP/Archiv

Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin hat sich erschrocken über neue Daten geäußert, wonach Deutschland seit dem russischen Überfall auf die Ukraine mehr als zwölf Milliarden Euro für Energielieferungen an Russland gezahlt hat. Allerdings sei dies nur ein Zwischenstand, sagte Trittin am Montag weiter dem TV-Sender "Welt". Es erfolge derzeit eine "strategische Abkopplung Russlands von den Märkten der Welt".

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Trittin bezog sich auf einen aktuellen Bericht des in Finnland ansässigen Centre for Research on Energy and clean Air (CREA), wonach Russland seit Kriegsbeginn 93 Milliarden Euro für Energieexporte erhalten hat. 61 Prozent der Zahlungen entfielen demnach auf EU-Staaten. Von den einzelnen Staaten war Deutschland mit 12,1 Milliarden Euro knapp hinter China mit 12,6 Milliarden Euro finanziell Russlands wichtigster Kunde.

"Ja, diese Zahlen erschrecken", sagte dazu Trittin. "Und deswegen ist es notwendig, dass wir jetzt in der Frage des Ölembargos konsequent auch tatsächlich das umsetzen, was wir uns vorgenommen haben." Deutschland hat sich dazu verpflichtet, seine Ölimporte aus Russland zu beenden, allerdings erst bis zum Jahresende.

"Das ist der Weg, den wir gehen", sagte gleichwohl Trittin. "Wir streben an, auch den Bezug von Gas drastisch zu reduzieren", fügte der Grünen-Politiker hinzu. Russland solle sich daher "nicht zu früh freuen". Die aktuellen Zahlen würden "keine Zahlen von Dauer sein".

Trittin wies darauf hin, dass Deutschland mittlerweile seine Kohleimporte aus Russland beendet habe. Auch die Einfuhr von russischem Gas sei bereits deutlich verringert worden. Hinzu komme der Stopp der Öllieferungen bis zum Jahresende.

Allein mit Rohöl erzielt Russland etwa die Hälfte seiner Einnahmen aus Energieexporten, mit Pipeline-Gas wie beispielsweise Nord Stream 1 gut ein Viertel. Hinzu kommen Erdölprodukte, Flüssiggas und Kohle.

(M.Dorokhin--DTZ)

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