Deutsche Tageszeitung - Trump-Kritiker Tom Rice verliert bei US-Vorwahlen

Trump-Kritiker Tom Rice verliert bei US-Vorwahlen


Trump-Kritiker Tom Rice verliert bei US-Vorwahlen
Trump-Kritiker Tom Rice verliert bei US-Vorwahlen / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Der US-Republikaner Tom Rice, der nach der Kapitol-Erstürmung als einer von nur zehn konservativen Abgeordneten für ein Amtsenthebungsverfahren gegen den damaligen Präsidenten Donald Trump gestimmt hatte, verliert sein Mandat. Der 64-Jährige unterlag am Dienstag bei Vorwahlen im Bundesstaat South Carolina für die Kongress-Zwischenwahlen im November deutlich gegen seinen parteiinternen Herausforderer Russell Fry. Laut US-Medien kam der von Trump unterstützte Fry auf rund 51 Prozent und Rice auf nur knapp 25 Prozent.

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Rice und neun weitere republikanische Abgeordnete hatten nach der Kapitol-Erstürmung vom 6. Januar 2021 gemeinsam mit den Demokraten für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump gestimmt. Er zog damit die Wut des Rechtspopulisten und seiner Anhänger auf sich.

In der Republikanischen Partei sind die zehn Abgeordneten, die Trump die Unterstützung entzogen hatten, inzwischen weitgehend isoliert. Einige wie der Abgeordnete Adam Kinzinger verzichteten darauf, sich zur Wiederwahl zu stellen. Rice ist nun der erste Abgeordnete aus dieser Gruppe, der in Vorwahlen verliert.

In den USA finden im November Kongress-Zwischenwahlen und eine Reihe von Gouverneurswahlen statt. Die Vorwahlen der Republikaner gelten als Gradmesser für den Einfluss Trumps auf seine Partei. In den vergangenen Wochen konnten sich einige vom Ex-Präsidenten unterstützte Kandidaten durchsetzen, es gab aber auch Niederlagen für das Trump-Lager.

So konnte sich ebenfalls am Dienstag in South Carolina die republikanische Abgeordnete Nancy Mace gegen eine von Trump unterstützte Kandidatin behaupten. Mace hatte Trump nach der Kapitol-Erstürmung zunächst scharf kritisiert, sich dann aber wieder hinter den bei der konservativen Basis nach wie vor enorm populären 76-Jährigen gestellt.

Trump selbst hat immer wieder eine mögliche neue Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl 2024 ins Spiel gebracht. Er war nach der Kapitol-Erstürmung mit fünf Toten auch aus den eigenen Reihen scharf kritisiert worden, hatte dann aber wieder seine Macht über die Republikaner sichern können.

Das nach der Kapitol-Erstürmung eingeleitete Amtsenthebungsverfahren gegen Trump scheiterte letztlich, weil beim Impeachment-Prozess im Senat die notwendige Zweidrittelmehrheit für eine Verurteilung nicht zusammenkam.

(M.Dorokhin--DTZ)

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