Deutsche Tageszeitung - Entscheidung zwischen Ex-Guerillero und Multimillionär bei Stichwahl in Kolumbien

Entscheidung zwischen Ex-Guerillero und Multimillionär bei Stichwahl in Kolumbien


Entscheidung zwischen Ex-Guerillero und Multimillionär bei Stichwahl in Kolumbien
Entscheidung zwischen Ex-Guerillero und Multimillionär bei Stichwahl in Kolumbien / Foto: © AFP

In Kolumbien haben die Wähler am Sonntag in der zweiten Wahlrunde über den künftigen Präsidenten abgestimmt. In der Stichwahl standen sich der frühere Guerillakämpfer Gustavo Petro und der reiche Bauunternehmer Rodolfo Hernández gegenüber. Petro war als klarer Sieger aus der ersten Wahlrunde Ende Mai hervorgegangen. Hernández landete als unabhängiger Kandidat auf Platz zwei. Der konservative Amtsinhaber Iván Duque konnte aufgrund einer Verfassungsregelung nicht erneut kandidieren.

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In jüngsten Umfragen vor der Wahl lagen der 62-jährige Petro und der 77-jährige Hernández nahezu gleichauf. Die Nachrichtenwebsite "Cambio" erwartete am Sonntag "das knappste Rennen in der jüngeren Geschichte des Landes". Die Zeitung "El Tiempo" sprach von einem "historischen Tag" - unabhängig vom Wahlausgang stehe das Land vor großen Veränderungen.

Bei einem Sieg Petros bekäme Kolumbien erstmals einen linksgerichteten Staatschef. Petro war nach seiner Abkehr von der Guerilla unter anderem Diplomat in Belgien und Bürgermeister der Hauptstadt Bogotá. Er strebt tiefgreifende Reformen an, dazu zählen Steuern für Vermögende, ein Notprogramm gegen den Hunger sowie die Förderung erneuerbarer Energien.

Hauptthema des Unternehmers Hernández im Wahlkampf war der Kampf gegen Korruption. Allerdings steht er selbst wegen eines zweifelhaften Vertrages während seiner Amtszeit als Bürgermeister der Großstadt Bucaramanga von 2016 bis 2019 unter Bestechungsverdacht.

Die Wahllokale sollten um 23.00 Uhr MESZ schließen, anschließend wurden erste Prognosen erwartet. Rund 320.000 Polizisten und Soldaten wurden zum Schutz der Wahllokale abgestellt, zahlreiche internationale Beobachter sollten den Urnengang überwachen.

(M.Travkina--DTZ)

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