Deutsche Tageszeitung - Belgien gibt sterblichen Überrest von ermordetem Freiheitskämpfer an Kongo zurück

Belgien gibt sterblichen Überrest von ermordetem Freiheitskämpfer an Kongo zurück


Belgien gibt sterblichen Überrest von ermordetem Freiheitskämpfer an Kongo zurück
Belgien gibt sterblichen Überrest von ermordetem Freiheitskämpfer an Kongo zurück / Foto: © POOL/AFP

Belgien hat den letzten sterblichen Überrest des 1961 ermordeten kongolesischen Regierungschefs Patrice Lumumba an die Demokratische Republik Kongo zurückgegeben. In einer Zeremonie in Brüssel wurde den Angehörigen am Montag eine Schatulle mit einem Zahn Lumumbas überreicht. Belgiens Regierungschef Alexander De Croo bat die Familie um Entschuldigung und sprach von einer "moralischen Verantwortung" seines Landes.

Textgröße ändern:

De Croo betonte, es gebe bis heute "keinen Beweis" für eine aktive Verwicklung der belgischen Regierung oder der Armee in die Ermordung Lumumbas Anfang der 60er Jahre. Die belgischen Verantwortlichen hätten die Tat aber vermutlich verhindern können. An der Zeremonie nahm neben Lumumbas Kindern auch der kongolesische Regierungschef Jean-Michel Sama Lukonde teil.

Der belgische König Philippe hatte bereits vor knapp zwei Wochen bei einem Besuch in der Demokratischen Republik Kongo sein "tiefes Bedauern" über die Leiden der Kolonialzeit ausgedrückt. Er empfing die Angehörigen Lumumbas nun in seinem Palast.

Lumumba war der erste demokratisch gewählte Regierungschef der langjährigen belgischen Kolonie Kongo. Der erklärte Gegner der Kolonialherren wurde wenige Monate nach seiner Wahl ermordet, sein Leichnam wurde nach Angaben von Zeitzeugen in Säure aufgelöst.

Die belgischen Behörden fanden den Zahn Jahrzehnte später bei Ermittlungen zu Lumumbas Verschwinden. Er soll nun in seine Heimat übergeführt werden. Der Fall belastete bis zuletzt die Beziehungen zwischen Brüssel und Kinshasa.

(P.Vasilyevsky--DTZ)

Empfohlen

Neue Massenproteste in Frankreich - Zusammenstöße in Paris und anderen Städten

Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich sind trotz Einschränkungen landesweit erneut Hunderttausende gegen hohe Lebenshaltungskosten und andere Missstände auf die Straße gegangen. Das Innenministerium sprach am Samstagabend von landesweit 410.000 Teilnehmern, die Gewerkschaft CGT von fast 800.000 Teilnehmern. In Städten wie Lille, Lyon und Toulouse setzte die Polizei Tränengas ein. In Paris gab es am Abend Ausschreitungen, bei denen die Polizei Schlagstöcke, Tränengas und Wasserwerfer einsetzte.

Neue Proteste in Frankreich: Tränengas-Einsatz in mehreren Städten - ruhige Lage in Paris

Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich hat die Polizei bei den ersten neuen Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten in mehreren Städten Tränengas gegen Demonstrierende eingesetzt. Wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten, kam im Zuge der Proteste in Lille, Nantes, Lyon, Montpellier und Toulouse Tränengas zum Einsatz. In der Hauptstadt Paris, wo sich nach Polizeiangaben 110.000 Menschen an einem Protestmarsch beteiligten, blieb die Lage hingegen ruhig.

Kehlsteinhaus am Obersalzberg abgebrannt: Psychisch kranker Verdächtiger festgenommen

Das für Adolf Hitler gebaute Kehlsteinhaus im früheren Nazi-Sperrgebiet Obersalzberg in Berchtesgaden ist mutmaßlich durch einen Brandanschlag zerstört worden. Ein 33-jähriger Deutscher wurde festgenommen und in die Psychiatrie gebracht, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund des in rund 1800 Metern Höhe liegenden Brandorts und des Wetters äußerst schwierig und dauerten bis in den Samstag hinein. Verletzt wurde aber niemand.

Frankreichs Rechtspopulisten bestätigen Jordan Bardella an Parteispitze

Der Chef von Frankreichs rechtspopulistischem Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, ist als Parteivorsitzender im Amt bestätigt worden. Bei einer Abstimmung der Parteimitglieder erhielt der 31-jährige Europaabgeordnete knapp 99 Prozent der Stimmen, wie am Samstag beim RN-Parteitag in Orléans verkündet wurde. Bardella, der die Rechtspopulisten seit fünf Jahren führt, hatte keine Herausforderer.

Textgröße ändern: