Deutsche Tageszeitung - Anklage gegen mutmaßliches IS-Mitglied wegen Misshandlung von Gefangenen in Syrien

Anklage gegen mutmaßliches IS-Mitglied wegen Misshandlung von Gefangenen in Syrien


Anklage gegen mutmaßliches IS-Mitglied wegen Misshandlung von Gefangenen in Syrien
Anklage gegen mutmaßliches IS-Mitglied wegen Misshandlung von Gefangenen in Syrien / Foto: © AFP/Archiv

Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen einen Syrer erhoben, der drei Gefangene misshandelt haben soll, darunter ein Kind. Raed E. werden Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen, wie die Behörde am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. E. war im April in Berlin festgenommen worden und sitzt in Untersuchungshaft.

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Im Jahr 2014 soll er sich der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben. Nach dem Überfall auf einen Stamm in Deir Essor mit Massentötungen und -verhaftungen soll E. einen Gefangenen zusammen mit anderen IS-Mitgliedern mit hinter dem Rücken gefesselten Händen an der Decke aufgehängt haben, als dieser sich nach seinem 13-jährigen Bruder erkundigte.

Dann soll er den Mann getreten und mit Peitschen und Kabeln geschlagen haben, auch später soll er ihn wiederholt mit verschiedenen Gegenständen und Stromschlägen misshandelt haben. Der 13-Jährige wurde laut Bundesanwaltschaft ebenfalls mehrere Monate lang vom IS gefangen gehalten. E. soll anderen den Befehl erteilt haben, ihn mit zusammengebundenen Händen an der Decke aufzuhängen.

Ein weiterer Gefangener soll mit einem Seil an den auf dem Rücken gefesselten Händen nach oben gezogen worden sein - dann soll E. ihn mit einem Wasserschlauch geschlagen haben. Er habe zudem für den IS Freikäufe gefangener Stammesangehöriger abgewickelt und an IS-Straßenkontrollpunkten gearbeitet, hieß es weiter. Über die Anklage entscheidet nun das Kammergericht in Berlin.

(W.Budayev--DTZ)

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