Deutsche Tageszeitung - Britischer Verteidigungsminister Wallace kandidiert nicht als Johnsons Nachfolger

Britischer Verteidigungsminister Wallace kandidiert nicht als Johnsons Nachfolger


Britischer Verteidigungsminister Wallace kandidiert nicht als Johnsons Nachfolger
Britischer Verteidigungsminister Wallace kandidiert nicht als Johnsons Nachfolger / Foto: © AFP/Archiv

Trotz seiner Favoritenrolle will der britische Verteidigungsminister Ben Wallace sich nicht um die Nachfolge von Premierminister Boris Johnson als Chef der konservativen Tory-Partei bewerben. Das teilte Wallace am Samstag im Onlinedienst Twitter mit. Als fünfter Bewerber warf dafür Verkehrsminister Grant Shapps seinen Hut in den Ring.

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"Nach sorgfältiger Abwägung und Gesprächen mit Kollegen und meiner Familie habe ich die Entscheidung getroffen, nicht ins Rennen um die Führung der Konservativen Partei zu gehen", schrieb Wallace auf Twitter. Dies sei "keine einfache Wahl" gewesen. Sein "Fokus" liege aber auf seinem gegenwärtigen Amt und darauf, dass "dieses großartige Land" weiter sicher bleibe.

Wallace hat als Verteidigungsminister angesichts des Ukraine-Kriegs einen verantwortungsvollen Posten und erntete dafür viel Lob. In seiner Erklärung am Samstag zeigte er sich "dankbar" für die Unterstützung, die er erfahren habe. Beobachter hatten den Verteidigungsminister zu den aussichtsreichsten Kandidaten für Johnsons Nachfolge gezählt.

Nach einer beispiellosen parteiinternen Revolte wegen einer Reihe von Skandalen hatte Johnson am Donnerstag seinen Rücktritt als Parteichef angekündigt. Damit ist auch sein Aus als Regierungschef besiegelt. Er kündigte aber an, noch bis zur Wahl eines Nachfolgers im Amt zu bleiben, was bis zum Herbst dauern könnte.

Mehrere Tory-Politiker haben sich bereits um Johnsons Nachfolge beworben. Zuerst wagten sich der einflussreiche Abgeordnete Tom Tugendhat sowie Generalstaatsanwältin und Brexit-Befürworterin Suella Braverman aus der Deckung.

Am Freitag verkündete auch der aus Protest gegen Johnson zurückgetretene Finanzminister Rishi Sunak seine Kandidatur. Die ebenfalls gerade zurückgetretene Gleichstellungsministerin Kemi Badenoch machte ihre Ambitionen am Samstag in der Zeitung "The Times" öffentlich.

Verkehrsminister Shapps erklärte am Samstag, er wolle eine "nüchterne" Regierung führen. Der erfahrene Parlamentarier hatte bereits dem Kabinett des früheren konservativen Premierministers David Cameron angehört. Als Favorit für Johnsons Nachfolge wurde er aber nicht gehandelt.

Außer Sunak könnten noch andere Schwergewichte aus Johnsons zerfallenem Kabinett antreten. Es wird mit einer Kandidatur von Außenministerin Liz Truss und dem zurückgetretenen Gesundheitsminister Sajid Javid gerechnet. Nach Informationen der "Times" wurde Javid allerdings von Sunaks Unterstützern gebeten, zu dessen Gunsten zu verzichten. Bei Ex-Außenminister Jeremy Hunt ist es nach Angaben seiner Unterstützer "praktisch sicher", dass er antritt, wie britische Medien berichteten.

Ein Zeitplan für die Wahl des Parteivorsitzenden der konservativen Tories soll am Montag ausgearbeitet werden. Der Nachfolger soll Boris Johnson auf einem Parteitag Anfang Oktober offiziell ablösen.

(O.Tatarinov--DTZ)

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