Deutsche Tageszeitung - Bayerische Metallindustrie schließt Tarifvertrag für Integrationsjahr

Bayerische Metallindustrie schließt Tarifvertrag für Integrationsjahr


Bayerische Metallindustrie schließt Tarifvertrag für Integrationsjahr
Bayerische Metallindustrie schließt Tarifvertrag für Integrationsjahr / Foto: © AFP/Archiv

In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie ist ein Tarifvertrag für ein sogenanntes Integrationsjahr für Flüchtlinge etwa aus der Ukraine vereinbart worden. Wie die IG Metall und der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (vbm) am Freitag in München mitteilten, soll das Modell in erster Linie dem Spracherwerb dienen und die Basis für Ausbildung oder eine Facharbeit legen. Die Anwendung erfolgt demnach im Rahmen freiwilliger Betriebsvereinbarungen.

Textgröße ändern:

Teilnehmende Beschäftigte verpflichten sich während des Integrationsjahres laut Tarifvertrag, neben ihrer regulären Arbeitszeit drei Stunden pro Woche für Qualifizierungsmaßnahmen aufzuwenden. Zur Kompensation der Mehraufwendungen für Betriebe verzichten sie außerdem auf tarifliche Sonderzahlungen im Gesamtumfang von fast einem Monatsgehalt. Ansonsten gelten die tariflichen Bedingungen. Der Betriebrat überwacht das.

Nach Angaben der IG Metall ist der Tarifvertrag auch eine Reaktion auf die Beobachtung, dass Flüchtlinge etwa aus der Ukraine allein wegen mangelnder Sprachkenntnisse für gleiche Tätigkeiten niedriger eingruppiert werden als andere Beschäftigte. Mit dem Angebot eines Integrationsjahrs solle daher "die Grundlage für eine faire Behandlung" geschaffen werden. Der vbm verwies zudem auf die Chance für Betriebe, auf diese Weise neue Arbeitskräfte zu gewinnen.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Venezuela: Oppositionspolitikerin Machado nach fast einem Jahr Exil heimgekehrt

Nach knapp einem Jahr im Exil ist die führende venezolanische Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado überraschend in ihr Heimatland zurückgekehrt. Am Sonntag (Ortszeit) traf Machado unter dem Jubel ihrer Anhänger in der Hauptstadt Caracas ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Zuvor hatte sie im Onlinedienst X geschrieben: "Ich bin hier. Bei euch." Machados Rückkehr dürfte eine Herausforderung für die von den USA unterstützte Übergangsregierung von Delcy Rodríguez sein.

Merz bricht zu mehrtägiger Asienreise auf

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bricht am Montag zu einer mehrtägigen Asienreise auf. Bis Ende der Woche wird der Kanzler Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Die Reise dient nach Regierungsangaben insbesondere der Vertiefung der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den asiatischen Staaten. Am Dienstag wird Merz in Singapur unter anderem Premierminister Lawrence Wong treffen. Im Rahmen der sogenannten Singapore Lecture wird er in dem Stadtstaat eine Rede halten.

Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro will Ergebnis anfechten

Wahlkrimi in Brasilien: Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien hat sich der Linkspolitiker Luiz Inácio Lula da Silva knapp gegen seinen Herausforderer Flávio Bolsonaro durchgesetzt. Die Brasilianer hätten dafür gestimmt, "die Demokratie zu sichern", sagte Lula am Sonntag nach Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses. Während Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum Lula zu seinem Sieg gratulierte, kündigte Bolsonaro an, das Ergebnis juristisch anzufechten.

Parlamentswahl in Serbien: Studentenliste verdrängt langjährigen Staatschef Vucic

Serbiens Langzeit-Präsident Aleksandar Vucic steht nach 14 Jahren im Amt vor dem Aus: Nach der vorgezogenen Parlamentswahl in dem südosteuropäischen Land hat sich die aus einer studentischen Protestbewegung hervorgegangene Studentska Lista am Sonntag zur Siegerin über Vucics Serbische Fortschrittspartei (SNS) erklärt. "Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass die Studierenden in fast allen Wahllokalen überzeugend in Führung liegen", sagte Studentska Lista-Kandidat Radomir Saicic. Vucic hatte zuvor seine Niederlage eingeräumt. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen und Ungarns Regierungschef Peter Magyar gratulierten der Studentska Lista zu ihrem Sieg.

Textgröße ändern: