Deutsche Tageszeitung - Drei Kandidaten treten bei Präsidentschaftswahl in Sri Lanka an

Drei Kandidaten treten bei Präsidentschaftswahl in Sri Lanka an


Drei Kandidaten treten bei Präsidentschaftswahl in Sri Lanka an
Drei Kandidaten treten bei Präsidentschaftswahl in Sri Lanka an / Foto: © AFP/Archiv

Nach dem Rücktritt von Sri Lankas Staatschef Gotabaya Rajapaksa bewerben sich drei Kandidaten um seine Nachfolge. Übergangspräsident Ranil Wickremesinghe konkurriert bei der Wahl am Mittwoch im Parlament mit dem früheren Bildungsminister Dullas Alahapperuma und dem Chef der linken Oppositionspartei JVP, Anura Dissanayake, wie das Parlament am Dienstag mitteilte. Die drei Kandidaten wurden von den Abgeordneten in einer knapp zehnminütigen Sitzung nominiert.

Textgröße ändern:

Oppositionsführer Sajith Premadasa verzichtete hingegen auf eine Kandidatur. Seine Partei werde bei der Abstimmung Alahapperuma unterstützen, kündigte er an. Armeechef Sarath Fonseka erhielt nicht genug Stimmen, um für die Präsidentenwahl nominiert zu werden.

Das Parlament in Colombo wählt am Mittwoch einen neuen Staatschef für die restliche Amtszeit Rajapaksas, dessen Mandat regulär im November 2024 geendet hätte. Rajapaksa war am 9. Juli nach monatelangen Massenprotesten außer Landes geflohen. Er flog zunächst auf die Malediven und reiste dann nach Singapur weiter. Von dort aus erklärte er seinen Amtsverzicht. Der Rücktritt wurde am Freitag rechtskräftig. Der bisherige Regierungschef Wickremesinghe wurde daraufhin als Übergangspräsident vereidigt.

Oppositionsführer Premadasa zog sich nach Angaben eines Abgeordneten seiner Partei SJB aus dem Präsidentschaftsrennen zurück, nachdem er eine Vereinbarung mit Alahapperuma geschlossen hatte. Demnach ist im Falle eines Wahlsiegs des Ex-Bildungsministers für Premadasa der Posten des Regierungschefs vorgesehen, wie der Parlamentarier der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Die Parteiführung von Rajapaksas SLPP, welche die größte Fraktion in Parlament stellt, unterstützt die Kandidatur des 73-jährigen Wickremesinghe. Sollte er die Wahl gewinnen, wird erwartet, dass er den Minister für öffentliche Verwaltung, Dinesh Gunawardena, zum neuen Ministerpräsidenten ernennt. Dieser ist ein Schulfreund von Wickremesinghe und ein überzeugter Rajapaksa-Anhänger.

Der südasiatische Inselstaat erlebt derzeit eine massive Wirtschaftskrise. Die Regierung war zuletzt nicht mehr in der Lage, die wichtigsten Importe wie Lebensmittel, Treibstoff und Medikamente zu finanzieren. Inzwischen hat Sri Lanka den Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie Russland um Hilfe gebeten.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Lula gewinnt Präsidentenwahl in Brasilien - Bolsonaro erkennt Niederlage nicht an

Entgegen vieler Erwartungen hat der linksgerichtete Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva die Präsidentschaftswahl in Brasilien gewonnen. Er setzte sich in der Stichwahl knapp gegen seinen rechtsgerichteten Herausforderer Flávio Bolsonaro durch, der das Ergebnis jedoch nicht anerkennen will. Staats- und Regierungschefs aus aller Welt gratulierten Lula am Montag zu seinen Wahlsieg.

Steinmeier-Nachfolge: Unterstützung für Aigner aus Ländern - CDU wartet ab

In der Debatte um die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhält die CSU-Politikerin Ilse Aigner weitere Unterstützung aus den Bundesländern - die CDU will sich aber weiterhin nicht positionieren. Aigner bringe "die notwendigen Voraussetzungen mit", sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) am Sonntagabend. Als "ganz herausragende Persönlichkeit" bezeichnete auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) Aigner. Die Bundes-CDU verweist jedoch auf "gute Kandidatinnen und Kandidaten in den eigenen Reihen".

Merz zu mehrtägiger Asienreise gestartet - Steinmeier reist parallel nach China

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist am Montag zu einer mehrtägigen Asienreise aufgebrochen. Bis Ende der Woche wird der Kanzler Singapur, Japan und Südkorea besuchen. Merz wird dabei von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Die Reise dient nach Regierungsangaben insbesondere der Vertiefung der sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit den asiatischen Staaten. Sie fällt zeitlich zusammen mit einem Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in China.

Regierungsbildung in Schweden erneut gescheitert

Rund anderthalb Monate nach der Parlamentswahl in Schweden ist ein neuer Versuch zur Regierungsbildung gescheitert. Die Vorsitzende der Zentrumspartei, Elisabeth Thand Ringqvist, sagte am Montag, es sei ihr nicht gelungen, eine Regierung zusammezustellen. "Meine allgemeine Schlussfolgerung lautet, dass es derzeit zwar eine Mehrheit für eine Politik der Mitte gibt, aber keine Mehrheit für eine Regierung der Mitte", sagte sie bei einer Pressekonferenz.

Textgröße ändern: