Deutsche Tageszeitung - Blauhelmsoldaten töten zwei Menschen im Osten der Demokratischen Republik Kongo

Blauhelmsoldaten töten zwei Menschen im Osten der Demokratischen Republik Kongo


Blauhelmsoldaten töten zwei Menschen im Osten der Demokratischen Republik Kongo
Blauhelmsoldaten töten zwei Menschen im Osten der Demokratischen Republik Kongo / Foto: © AFP/Archiv

Im seit Jahren von Gewalt erschütterten Osten der Demokratischen Republik Kongo haben UN-Blauhelme mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt. Am Sonntag hätten einige der im Friedenseinsatz befindlichen Soldaten aus "ungeklärter Ursache" das Feuer eröffnet, erklärte die UN-Mission Monusco. Es habe bereits Festnahmen gegeben.

Textgröße ändern:

Auf in Online-Netzwerken geteilten Videoaufnahmen aus der Ortschaft Kasindi im Osten des Landes nahe der Grenze zu Uganda ist zu sehen, wie hinter einer Barriere befindliche Blauhelmsoldaten nach einer verbalen Auseinandersetzung mit mehreren Männern zu schießen beginnen. Joel Kitausa, ein führender Vertreter der Zivilgesellschaft in Kasindi, sprach gegenüber der Nachrichtenagentur AFP von zwei Toten und 14 Verletzten. Ein Regierungsvertreter erklärte am Abend, es seien zwei Menschen getötet und 15 weitere verletzt worden.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich in einer Erklärung "traurig und bestürzt" über den Vorfall und forderte Aufklärung. Die Monusco-Leiterin Bintou Keita erklärte, sie "zutiefst schockiert und entsetzt von diesem schwerwiegenden Vorfall". Der UN-Mission zufolge wurden die Herkunftsländer der Soldaten bereits kontaktiert, um alsbald Ermittlungen aufnehmen zu können.

Bei Protesten gegen die UN-Mission in der DR Kongo waren in der vergangenen Woche mindestens 19 Menschen, darunter drei UN-Soldaten, getötet worden. Die Proteste richteten sich gegen die von den Demonstranten empfundene Ineffizienz von Monusco in ihrem Kampf gegen bewaffnete Gruppen. Kundgebungsteilnehmer hatten mehrere Stellungen der Mission angegriffen.

Die Monusco ist derzeit mit mehr als 14.000 Blauhelmen in der Demokratischen Republik Kongo im Einsatz. 230 Blauhelme sind bei dem Einsatz nach UN-Angaben bisher ums Leben gekommen.

Im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind mehr als 120 bewaffnete Gruppen aktiv, Massaker an Zivilisten sind an der Tagesordnung. Die Regierung in Kinshasa hat über die Provinzen Ituri und Nord-Kivu seit Mai 2021 den Ausnahmezustand verhängt.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Trump will Kongresswahl-Ergebnisse akzeptieren - wenn sie "ehrlich" sind

Eine Woche vor den Kongresswahlen in den USA hat Präsident Donald Trump erneut Zweifel an einem korrekten Ablauf gesät. Trump sagte am Dienstag, er werde die Ergebnisse akzeptieren - "wenn es ehrliche Wahlen sind". Trump hat den Demokraten immer wieder unterstellt, sie wollten die Wahlergebnisse manipulieren. Meinungsforscher gehen davon aus, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus und womöglich auch den Senat erobern.

Parlamentswahl in Israel: Streit um Wahlbetrugsvorwürfe von Netanjahu

Am Tag der Parlamentswahl in Israel haben sich Regierungschef Benjamin Netanjahu und die arabische Raam-Partei gegenseitig Betrugsvorwürfe gemacht. Netanjahu beschuldigte die Partei am Dienstag, die Wahl "stehlen" zu wollen. Raam-Chef Mansur Abbas wiederum warf dem Ministerpräsidenten vor, mit solchen "Lügen" Stimmung zu seinen Gunsten zu machen.

Netanjahus Likud-Partei beantragt verlängerte Öffnungszeiten von Wahllokalen

Bei der Parlamentswahl in Israel hat die Likud-Partei von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu eine Verlängerung der Öffnungszeiten der Wahllokale beantragt. "Wir haben einen Antrag gestellt, um die Zeiten für die Stimmabgabe zu verlängern", erklärte die konservative Partei am Dienstag im Onlinedienst Telegram. Die Netanjahu-Partei versuchte zudem, ihre Wähler zu mobilisieren: "Wählt nur Likud", schrieb sie auf Telegram.

Anschlag bei Paris: Nationalversammlung hält Schweigeminute für Opfer ab

Nach dem rassistischen Anschlag nahe Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Abgeordneten der französischen Nationalversammlung am Dienstag eine Schweigeminute für die Opfer abgehalten. "Rassismus tötet, der Hass auf den anderen tötet", sagte die Vorsitzende der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet. Premierminister Sébastien Lecornu warnte seinerseits vor "Wörtern, die zu Waffen werden". Zuvor hatten bereits etwa 100 Persönlichkeiten aus Kultur und Sport gegen Rassismus protestiert.

Textgröße ändern: