Deutsche Tageszeitung - Ausgangssperre in Mykolajiw soll gegen Kollaborateure helfen

Ausgangssperre in Mykolajiw soll gegen Kollaborateure helfen


Ausgangssperre in Mykolajiw soll gegen Kollaborateure helfen
Ausgangssperre in Mykolajiw soll gegen Kollaborateure helfen / Foto: © AFP

In der unter heftigem russischen Beschuss stehenden Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine ist eine Ausgangssperre verhängt worden. Die Ausgangssperre gilt von 23.00 Uhr (22.00 Uhr MESZ) am Freitag bis 05.00 Uhr am Montag und soll bei der Entdeckung russischer Kollaborateure helfen, wie der Gouverneur der Region, Vitali Kim, am Freitag in einer Videobotschaft auf seinem Telegram-Kanal ankündigte. "Wir werden das Notwendige tun, auch in Bezug auf Bürger, die mit der russischen Seite zusammenarbeiten", sagte er.

Textgröße ändern:

"Ehrliche Menschen haben nichts zu befürchten", versicherte Kim. "Tragen Sie Ihre Papiere sicherheitshalber bei sich. Sie können Ihren Hund in der Nähe Ihrer Wohnung ausführen, Kinder dürfen im Hof spielen, aber versuchen Sie, zu Hause zu bleiben."

Kim hatte bereits im Juli eine Prämie von 100 Dollar für Informationen versprochen, die zur Identifizierung von Kollaborateuren führen, welche den Besatzern die Aufmarschorte ukrainischer Truppen verraten oder ihnen helfen, potenzielle Ziele für Bombenangriffe ausfindig zu machen.

In der Nacht zu Freitag hätten russische Truppen Mykolajiw wieder mit Streubomben und schwerer Artillerie bombardiert, teilten ukrainische Behörden mit. Dabei seien 20 Menschen verletzt worden, darunter ein 14-jähriger Junge. Auch weitere Städte und Dörfer im Osten, darunter Nikopol, wurden getroffen, Häuser und eine Tankstelle beschädigt. In der Nacht schlugen zudem mehrere Raketen in der Stadt Saporischschja ein, wo Moskau im größten Atomkraftwerk Europas schwere Waffen lagert.

Auch die zweitgrößte Stadt der Ukraine, Charkiw im Nordosten, geriet erneut unter heftigen Beschuss. Wohnhäuser, Geschäfte, ein Markt und eine Bildungseinrichtung wurden nach ukrainischen Angaben beschädigt.

Unterdessen meldeten die ukrainischen Behörden eine Gegenoffensive aus dem Süden des Landes, wo sie nach eigenen Angaben mehr als 50 zuvor von Russland kontrollierte Dörfer zurückeroberten. Am Donnerstag befreiten ukrainische Streitkräfte nach eigenen Angaben zwei Dörfer in der östlichen Region Donezk, am Freitag ein Dorf bei Charkiw.

Mykolajiw liegt an der Hauptroute nach Odessa, dem größten ukrainischen Hafen am Schwarzen Meer, und ist für Russland ein wichtiges strategisches Ziel. In der vergangenen Woche war die Stadt heftig bombardiert worden, laut dem Bürgermeister Oleksandr Senkewytsch, waren es wahrscheinlich "die stärksten" Angriffes seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Nach knappem Wahlausgang in Israel beanspruchen beide Blöcke die Regierungsbildung

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel haben beide Blöcke die Regierungsbildung für sich beansprucht. Sowohl Ministerpräsident Benjamin Netanjahu als auch der wichtigste Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot kündigten am Mittwoch an, eine neue Regierung bilden zu wollen. Allerdings verfehlten beide Blöcke die dafür erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen. Prognosen zufolge lagen sie gleichauf. Deutliche Zugewinne verzeichneten dagegen die beiden Listen der arabischen Staatsbürger - sie könnten nun zum Königsmacher werden.

Kurz vor Midterms: Rubio begleitet Trump bei Wahlkampfauftritt in Texas

Wenige Tage vor den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November hat sich Außenminister Marco Rubio einem Wahlkampfauftritt von Präsident Donald Trump angeschlossen - was bisher eher selten vorkam. Gemeinsam besuchten die beiden republikanischen Politiker am Dienstag zunächst einen mit venezolanischem Rohöl beladenen Öltanker im Bundesstaat Texas. Anschließend holte Trump Rubio in der Hafenstadt Corpus Christi mit den Worten auf die Bühne: "Er ist so beliebt."

Merz im Rahmen seiner Asien-Reise in Japan

Bei seiner mehrtägigen Asienreise wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Mittwoch in Japan erwartet. Der Kanzler wird in Tokio von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi empfangen und nimmt an einem deutsch-japanischen Wirtschaftsgipfel teil. Am Donnerstag stehen ein Unternehmertreffen und ein sicherheitspolitischer Dialog auf dem Programm sowie der Besuch eines Technologieunternehmens für Kernfusion.

Netanjahu will "starke" neue rechtsgerichtete Regierung bilden

Nach dem knappen Ausgang der Parlamentswahl in Israel hat sich Regierungschef Benjamin Netanjahu zuversichtlich gezeigt, auch künftig die Regierung anzuführen. "Wir müssen eine starke Regierung des rechten Lagers bilden", sagte Netanjahu am Mittwoch vor seinen Anhängern in Jerusalem. Zudem sprach er sich gegen jede "Regierung mit der Unterstützung der israelischen Araber" aus, deren Parteien bei der Wahl massive Zugewinne erzielt hatten.

Textgröße ändern: