Deutsche Tageszeitung - Drei Tote und Dutzende Verletzte bei israelischem Armee-Einsatz im Westjordanland

Drei Tote und Dutzende Verletzte bei israelischem Armee-Einsatz im Westjordanland


Drei Tote und Dutzende Verletzte bei israelischem Armee-Einsatz im Westjordanland
Drei Tote und Dutzende Verletzte bei israelischem Armee-Einsatz im Westjordanland / Foto: © AFP

Nach der Gewalt im Gazastreifen sind bei Einsätzen der israelischen Armee im Westjordanland drei Palästinenser getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Bei einer Hausdurchsuchung in Nablus sei am Morgen "der Terrorist Ibrahim al-Nabulsi" getötet worden, ein hochrangiger Vertreter der Brigaden der Al-Aksa-Märtyrer, teilte die israelische Armee mit. Das palästinensische Gesundheitsministerium sprach von zwei weiteren getöteten Palästinensern und mindestens 40 Verletzten, von denen vier in Lebensgefahr schwebten.

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"Der Terrorist Ibrahim al-Nabulsi wurde in der Stadt Nablus getötet", erklärte die israelische Armee zu der Hausdurchsuchung, an der auch Israels Polizei und der Geheimdienst beteiligt waren. Auch "ein weiterer Terrorist, der sich in dem Haus aufhielt", sei gestorben. Israelische Sicherheitskräfte hatten nach eigenen Angaben eine Rakete auf das Haus abgefeuert. Vier Verdächtige wurden demnach festgenommen.

Al-Nabulsi war ein Kommandeur der Al-Aksa-Brigaden, des bewaffneten Arms der im Westjordanland herrschenden Fatah-Partei. Er soll an mehreren Angriffen auf Israel beteiligt gewesen sein. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP berichtete, versammelten sich hunderte Menschen am Dienstag vor dem Rafidia-Krankenhaus in Nablus, in das al-Nabulsis Leichnam gebracht worden war.

Israelische Armee und Palästinenser beschossen sich in der Altstadt von Nablus. Angesichts der Auseinandersetzungen brachte die israelische Armee den Verkehr in Nablus, einer der größten Städte im Westjordanland, zum Stillstand.

Auch in anderen Teilen der Stadt gab es Zusammenstöße zwischen der israelischen Armee und Palästinensern. Laut israelischer Armee bewarfen Palästinenser israelische Soldaten mit Steinen und Sprengsätzen. Dabei habe es "einige Verletzte" gegeben, die israelischen Soldaten seien jedoch unverletzt geblieben und hätten Nablus verlassen.

In den vergangenen Monaten gab es fast täglich Einsätze der israelischen Armee im Westjordanland. Dabei hatte die Armee insbesondere Kämpfer der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Visier. Mindestens 57 Palästinenser wurden seit Ende März im Westjordanland getötet.

Am Freitag hatte die israelische Armee Ziele des Islamischen Dschihad im Gazastreifen bombardiert. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben 46 Menschen getötet, darunter 16 Kinder, und 360 weitere verletzt. Als Reaktion auf die Luftangriffe feuerte der Islamische Dschihad mehr als tausend Raketen Richtung Israel ab. Dort wurden drei Menschen verletzt. Die israelische Regierung versichert, dass einige der Kinder und anderen Zivilisten durch Raketen des Islamischen Dschihad getötet wurden.

Am Sonntag einigten sich Israel und der Islamische Dschihad dann unter Vermittlung Ägyptens auf eine Waffenruhe. Israel behielt sich aber das Recht vor, im Falle einer Verletzung der Feuerpause "entschlossen zu antworten". Der Islamische Dschihad erklärte ebenfalls seine Bereitschaft zur Reaktion auf "jedwede Aggression".

Israels Regierungschef Jair Lapid bezeichnete den Militäreinsatz im Gazastreifen am Montag als Erfolg gegen die Führung des Islamischen Dschihad. Nach Angaben der Organisation wurden zwölf ihrer Mitglieder getötet, darunter die Kommandeure Taysir al-Dschabari und Chaled Mansur.

Laut einem hochrangigen Mitglied des Islamischen Dschihad sieht die von Ägypten vermittelte Waffenruhe-Vereinbarung die Freilassung von zwei palästinensischen Kämpfern aus israelischer Haft vor. Dabei handele es sich um Bassem al-Saadi und Chalil Awawdeh.

(L.Barsayjeva--DTZ)

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