Deutsche Tageszeitung - Vier Tote und Dutzende Verletzte bei israelischem Armee-Einsatz im Westjordanland

Vier Tote und Dutzende Verletzte bei israelischem Armee-Einsatz im Westjordanland


Vier Tote und Dutzende Verletzte bei israelischem Armee-Einsatz im Westjordanland
Vier Tote und Dutzende Verletzte bei israelischem Armee-Einsatz im Westjordanland / Foto: © AFP

Zwei Tage nach dem Ende der tödlichen Gewalt im Gazastreifen sind bei Angriffen der israelischen Armee im besetzten Westjordanland vier Palästinenser getötet worden. 69 Menschen wurden wegen Schussverletzungen behandelt, wie der Rote Halbmond am Dienstag mitteilte. Nach Angaben des israelischen Militärs ist unter den Toten auch ein ranghohes Mitglied der Al-Aksa-Brigaden.

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Ibrahim al-Nabulsi, ein hochrangiger Vertreter der Brigaden der Al-Aksa-Märtyrer, sei bei einer Hausdurchsuchung in der Stadt Nabus getötet worden, teilte die israelische Armee mit. Bei der Hausdurchsuchung, an der auch Israels Polizei und der Geheimdienst beteiligt waren, sei auch "ein weiterer Terrorist, der sich in dem Haus aufhielt", gestorben, hieß es. Israelische Sicherheitskräfte hatten nach eigenen Angaben eine Rakete auf das Haus abgefeuert.

Al-Nabulsi war ein Kommandeur der Al-Aksa-Brigaden, des bewaffneten Arms der im Westjordanland herrschenden Fatah-Partei. Er soll an mehreren Angriffen auf Israel beteiligt gewesen sein.

Zunächst waren drei Tote gemeldet worden, später erlag ein 17-Jähriger in Hebron im südlichen Westjordanland seinen Verletzungen. "Die Armee war in der Altstadt, mein Sohn ging kurz vor mir und meiner Familie auf den Markt (...). Es gab eine Schießerei und vier von uns wurden verletzt", sagte Dchamal Taha, der Vater des getöteten Jugendlichen, der Nachrichtenagentur AFP.

In Nablus beschossen sich die israelische Armee und Palästinenser. Laut israelischer Armee bewarfen Palästinenser israelische Soldaten mit Steinen und Sprengsätzen. Dabei habe es "einige Verletzte" gegeben, die israelischen Soldaten seien jedoch unverletzt geblieben und hätten Nablus verlassen.

Der israelische Regierungschef Jair Lapid lobte die Sicherheitskräfte für den "präzisen und sehr erfolgreichen Einsatz ohne Opfer auf israelischer Seite".

Der Leichnam von Ibrahim al-Nabulsi wurde in das Rafidia-Krankenhaus in Nablus gebracht, wo sich Hunderte von Palästinensern versammelten. Bewaffnete Männer schossen während des Trauerumzugs in die Luft, wie ein AFP-Team vor Ort berichtete. Der bewaffnete Arm der Fatah-Partei bestätigte den Tod von al-Nabulsi und erklärte: "Unsere Antwort wird dem Verbrechen angemessen sein."

In den vergangenen Monaten gab es fast täglich Einsätze der israelischen Armee im Westjordanland. Dabei hatte die Armee insbesondere Kämpfer der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Visier. Mindestens 57 Palästinenser wurden seit Ende März im Westjordanland getötet.

Der jüngste Angriff erfolgte zwei Tage nach dem Ende eines israelischen Militäreinsatzes gegen den Islamischen Dschihad im Gazastreifen. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben 46 Menschen getötet, darunter 16 Kinder, und 360 weitere verletzt. Als Reaktion auf die Luftangriffe feuerte der Islamische Dschihad mehr als tausend Raketen Richtung Israel ab. Dort wurden drei Menschen verletzt. Die israelische Regierung betonte, dass auch palästinensische Kinder und andere Zivilisten durch Raketen des Islamischen Dschihad getötet wurden.

Am Sonntag einigten sich Israel und der Islamische Dschihad dann unter Vermittlung Ägyptens auf eine Waffenruhe. Israel behielt sich aber das Recht vor, im Falle einer Verletzung der Feuerpause "entschlossen zu antworten". Der Islamische Dschihad erklärte ebenfalls seine Bereitschaft zur Reaktion auf "jedwede Aggression".

(A.Stefanowych--DTZ)

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