Deutsche Tageszeitung - Starke Preissteigerungen bei Energie beeinträchtigen die Außenhandelsbilanz

Starke Preissteigerungen bei Energie beeinträchtigen die Außenhandelsbilanz


Starke Preissteigerungen bei Energie beeinträchtigen die Außenhandelsbilanz
Starke Preissteigerungen bei Energie beeinträchtigen die Außenhandelsbilanz / Foto: © AFP/Archiv

Die starken Preissteigerungen insbesondere bei Öl und Gas bringen die Außenhandelsstatistiken durcheinander. Im Handel Deutschlands mit Russland führte die Teuerung dazu, dass trotz der Sanktionen und stark gesunkener Einfuhren der Wert der Importe deutlich zunahm, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft beklagte ein stark gestiegenes Außenhandelsdefizit, für das "allein die gestiegenen Preise" verantwortlich seien. Auch Italien verbuchte deswegen eine negative Außenhandelsbilanz.

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Der Wert der Wareneinfuhren aus Russland nach Deutschland stieg den Angaben des Wiesbadener Statistikamtes zufolge im ersten Halbjahr um 51,3 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro gestiegen. Mengenmäßig dagegen sanken die Russlandimporte um 24,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Exporte nach Russland brachen ein. In den ersten sechs Monaten des Jahres führte Deutschland Waren im Wert von 8,3 Milliarden Euro nach Russland aus - das waren 34,5 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2021. Der Importüberschuss Russlands vervielfachte sich dadurch: von 2,2 Milliarden auf 14,2 Milliarden Euro.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, verwies auf mengenmäßig stark gesunkene Exporte und noch stärker gesunkene Importe des Freistaates. Dennoch sei das Außenhandelsdefizit auf 19,6 Milliarden Euro angewachsen. Der Grund: "Allein für Erdöl- und Erdgasimporte haben wir von Januar bis Juni 2022 mehr als doppelt so viel ausgegeben wie im Vorjahreszeitraum."

Die anhaltend hohen Energiekosten seien eine gravierende Belastung für die bayerische Exportwirtschaft, warnte der Verbandspräsident. Denn die Unternehmen könnten die Preissteigerungen nur unzureichend an ihre Kunden auf den Weltmärkten weitergeben.

In Italien kehrte sich ein Exportüberschuss von knapp 29 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2021 in ein Defizit von fast 13 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2022 um, wie das Nationale Statistikinstitut am Freitag mitteilte. "Die Einkäufe von Erdgas und Rohöl tragen 15,7 Prozentpunkte zum starken Anstieg der italienischen Importe im Jahresvergleich bei", erklärten die Statistiker.

Deutschland verbuchte insgesamt weiterhin eine positive Außenhandelsbilanz. Die Warenausfuhren stiegen laut Statistikamt im ersten Halbjahr um 13,4 Prozent auf 763,9 Milliarden Euro. Die Importe legten im selben Zeitraum um 26,5 Prozent auf 729,6 Milliarden Euro zu. Damit betrug das Plus 34,3 Milliarden Euro.

Wichtigste Exportgüter waren Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile sowie Maschinen, wichtigste Importgüter chemische Erzeugnisse und Datenverarbeitungsgeräte.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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