Deutsche Tageszeitung - Mann durchbricht Barrikaden vor US-Kapitol und erschießt sich

Mann durchbricht Barrikaden vor US-Kapitol und erschießt sich


Mann durchbricht Barrikaden vor US-Kapitol und erschießt sich
Mann durchbricht Barrikaden vor US-Kapitol und erschießt sich / Foto: © AFP

Vor dem US-Kapitol in Washington hat ein Mann mit seinem Wagen die Barrikaden vor dem Parlamentssitz durchbrochen, in die Luft geschossen und danach mit der Waffe Suizid begangen. Der Vorfall habe sich am Sonntag kurz nach 04.00 Uhr Ortszeit (10.00 Uhr MESZ) ereignet, teilte die Kapitol-Polizei mit. Zur Identität und zu den möglichen Motiven des Mannes äußerte sie sich nicht.

Textgröße ändern:

Der Polizei-Mitteilung zufolge rammte der Mann mit seinem Auto die Barrikaden und stieg dann aus, während sein Wagen in Flammen aufging. Dann habe er mehrere Schüsse in die Luft abgefeuert. Als sich daraufhin Polizisten auf ihn zubewegt hätten, habe er sich selbst erschossen. Sonst sei niemand verletzt worden.

Die Mitglieder des US-Kongresses sind derzeit in der Sommerpause. Der Angriff habe offenbar nicht Abgeordneten oder Senatoren gegolten, erklärte die Polizei. Unweit der Barrikaden befindet sich außerdem der Sitz des Obersten Gerichtshofs der USA.

Der Vorfall ereignete sich in einer angespannten Lage. Eine Durchsuchung der US-Bundespolizei FBI im Anwesen von Ex-Präsident Donald Trump hat in rechten Kreisen hohe Wellen geschlagen. Mehrere hochrangige Politiker von Trumps Republikanischer Partei bis hin zum früheren Vizepräsidenten Mike Pence warfen dem Justizministerium ein politisches Motiv vor.

Bei dem Einsatz in Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida ging es laut Durchsuchungsbeschluss darum, als "streng geheim" eingestufte Dokumente zu beschlagnahmen. Laut einer vom zuständigen Richter veröffentlichten Liste der beschlagnahmten Dokumente waren darunter Unterlagen, die als "streng geheim", "geheim" und "vertraulich" eingestuft waren. US-Präsidenten sind verpflichtet, mit ihrem Ausscheiden aus dem Amt sämtliche Dokumente an das Nationalarchiv zu übergeben.

Wegen der Durchsuchung auf Trumps Anwesen gab es in Online-Foren Gewaltandrohungen gegen das FBI. Vor diesem Hintergrund erregte ein Vorfall am Donnerstag in Cincinnati im Bundesstaat Ohio großes Aufsehen. Ein Mann hatte dort nach FBI-Angaben versucht, in ein Büro der Bundespolizei einzudringen. Nach einer Verfolgungsjagd habe der Mann dann seine Waffe auf die Polizisten gerichtet, welche ihn daraufhin erschossen hätten.

Gespalten ist die Gesellschaft in den USA auch in der Frage nach der Bewertung der Erstürmung des US-Kapitols vom 6. Januar 2021. Radikale Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Trump hatten das Kapitol gestürmt, als dort der Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 endgültig bestätigt werden sollte.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Nach Flucht in USA: Bolsonaro bezeichnet sich als "echten Präsidenten" Brasiliens

Nach seiner Flucht in die USA hat sich der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegene Rechtspopulist Flávio Bolsonaro zum Wahlsieger erklärt. "Ich bin der gewählte Präsident, und die Kriminellen, die die Wahl in Brasilien gestohlen haben, sind Teil einer kriminellen Organisation, die eine Tyrannei errichtet hat", erklärte Bolsonaro am Mittwoch in einer auf X veröffentlichten Stellungnahme.

Bericht über Namenstrick: Trump fordert Ausschluss zweier Senatskandidaten in Alaska

Nach einem Bericht über einen mutmaßlichen Namenstrick der Demokraten bei der Senatswahl im US-Bundesstaat Alaska hat Präsident Donald Trump den Ausschluss zweier Kandidaten gefordert. Die demokratische Bewerberin Mary Peltola und ein Namensvetter des republikanischen Senators Dan Sullivan müssten von den Stimmzetteln gestrichen werden, schrieb Trump am Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social.

"New York Times": US-Demokraten führen Alaskas Wähler mit Namenstrick in die Irre

Vor den US-Kongresswahlen sollen die Demokraten mit einem bizarren Trick im Bundesstaat Alaska Verwirrung gestiftet haben. Um die Wiederwahl des amtierenden republikanischen Senators Dan S. Sullivan zu verhindern, hätten sie einen Gegenkandidaten namens Dan J. Sullivan aufgestellt, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Dieser sollte als Unabhängiger antreten und dem "echten" Sullivan Wählerstimmen streitig machen.

Nach Israel-Wahl: Keine Mehrheit in Sicht - Likud wirft arabischen Parteien Betrug vor

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich bislang keine Regierungsmehrheit ab - während sich der Streit zwischen den politischen Lagern verschärft. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen bis Mittwochabend kam der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf 53 der 120 Sitze in der Knesset, das Oppositionsbündnis um den früheren Armeechef Gadi Eisenkot auf 48, wie die Wahlkommission mitteilte. Netanjahus Likud-Partei warf den arabischen Parteien unterdessen Wahlbetrug vor.

Textgröße ändern: