Deutsche Tageszeitung - Sicherheitsmann zeigt israelischen Sportlern in München Hitlergruß

Sicherheitsmann zeigt israelischen Sportlern in München Hitlergruß


Sicherheitsmann zeigt israelischen Sportlern in München Hitlergruß
Sicherheitsmann zeigt israelischen Sportlern in München Hitlergruß / Foto: © AFP/Archiv

Ein Sicherheitsmann hat israelischen Sportlern auf dem Münchner Olympiagelände den Hitlergruß gezeigt. Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend, als die Sportler verschiedene Gedenkstätten zum Anschlag auf die israelische Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen 1972 besuchten, wie das Münchner Polizeipräsidium am Mittwoch mitteilte.

Textgröße ändern:

Einer der dort eingesetzten vier Mitarbeiter eines Sicherheitsdiensts habe den Hitlergruß in Richtung der 16 israelischen Sportler skandiert, als diese eine Brücke passierten. Die Gruppe habe dies nicht bemerkt. Anwesende Polizeibeamte nahmen den aus Berlin stammenden 19-jährigen Tatverdächtigen vorläufig fest. Dieser sei vom Veranstalter der European Championships 2022 zudem umgehend von den noch bis Sonntag dauernden Spielen ausgeschlossen worden.

In München werden derzeit Wettkämpfe in neun Sportarten wie Leichtathletik, Radsport oder Rudern ausgetragen. Der Tatverdächtige wurde nach Polizeiangaben wegen des Verwendens verfassungswidriger Kennzeichen angezeigt und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" trägt der gebürtige Berliner einen arabischen Namen.

Bei dem Olympia-Attentat vor 50 Jahren war ein palästinensisches Terrorkommando in das Münchner Olympiagelände eingedrungen und hatte dort Mitglieder der israelischen Mannschaft als Geiseln genommen. Bei der Geiselnahme und einer fehlgeschlagenen Befreiungsaktion starben elf israelische Sportler sowie ein deutscher Polizist.

Zuletzt war der Streit über die Höhe von Entschädigungszahlungen eskaliert. Die Sprecherinnen der Opferfamilien wiesen ein Entschädigungsangebot des Bundes als "Beleidigung" zurück. Die Angehörigen der israelischen Opfer sagten schließlich ihre Teilnahme an der Gedenkfeier in München am 5. September ab.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

EU-Spitzen zu Gipfeltreffen in Kanada

Vor dem Hintergrund angespannter Beziehungen zu den USA beginnt am Donnerstag in Montreal der EU-Kanada-Gipfel. Die EU-Delegation wird von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa angeführt. Eröffnet wird das Treffen mit einer Rede von der Leyens zu den Beziehungen zwischen Kanada und der EU (15.00 Uhr MEZ).

Rotes Kreuz eröffnet größtes Bevölkerungsschutzzentrum Deutschlands

Das Deutsche Rote Kreuz eröffnet am Donnerstag in Brandenburg das größte und modernste Bevölkerungsschutzzentrum Deutschlands (9.30 Uhr). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) wird bei der Veranstaltung in Luckenwalde die Eröffnungsrede halten. Mit der Lagerung und schnellen Bereitstellung von Hilfsgütern für Katastrophen in Deutschland soll der DRK-Bevölkerungsschutz-Hub für die nationale Krisenvorsorge eine Schlüsselrolle einnehmen.

Merz besucht Südkorea - Halbleiter und Abhängigkeit von China auf der Agenda

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) tritt am Donnerstag den letzten Teil seiner Asienreise an und besucht Südkorea. In Seoul trifft er Präsident Lee Jae Myung, mit dem am späten Nachmittag (10.00 Uhr MEZ) eine Pressekonferenz geplant ist. Begleitet wird der Kanzler von einer Delegation aus Vertretern von Industrie- und Technologieunternehmen sowie des Energie- und Verteidigungssektors.

Konstituierende Sitzung von neu gewähltem Abgeordnetenhaus in Berlin

Fünfeinhalb Wochen nach der Wahl in Berlin kommt das neue Abgeordnetenhaus am Donnerstag (10.00 Uhr) zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Parlamentspräsidiums. Die Linke als stärkste Fraktion schlägt die Abgeordnete Hendrikje Klein als Präsidentin vor. Die 46-Jährige ist seit 2016 Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus und derzeit parlamentarische Geschäftsführerin der Linken-Fraktion.

Textgröße ändern: