Deutsche Tageszeitung - Mindestens 13 Tote bei erneuten Kämpfen in Libyen

Mindestens 13 Tote bei erneuten Kämpfen in Libyen


Mindestens 13 Tote bei erneuten Kämpfen in Libyen
Mindestens 13 Tote bei erneuten Kämpfen in Libyen / Foto: © AFP

Bei erneuten Kämpfen zwischen Anhängern rivalisierender Regierungen in Libyen sind mindestens 13 Menschen getötet worden. Laut dem Gesundheitsministerium wurden bei den Kämpfen in der Hauptstadt Tripolis am Samstag zudem mindestens 95 Menschen verletzt. Die Kämpfe hatten am Freitagabend begonnen und breiteten sich am Samstag auf weitere Stadtviertel aus, wie ein AFP-Korrespondent vor Ort berichtete. Mindestens sechs Krankenhäuser wurden beschädigt, Krankenwagen konnten laut Gesundheitsministerium nicht in die umkämpften Stadtteile vordringen.

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Seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 wird Libyen von Gewalt und Machtkämpfen erschüttert. Seit März kämpfen zwei rivalisierende Regierungen um die Macht, im Mai kam es dabei nach einem gescheiterten Putschversuch in Tripolis erstmals zu schweren Kämpfen. Auslöser war der Versuch des vom Parlament in Tobruk ernannten Ministerpräsidenten Fathi Baschagha, die international anerkannte Übergangsregierung unter Ministerpräsident Abdelhamid Dbeibah aus Tripolis zu vertreiben.

Ursprünglich sollten in Libyen in Dezember 2021 Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattfinden. Sie wurden jedoch auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Parlament in Tobruk hatte daraufhin Ex-Innenminister Baschagha im Februar an die Spitze einer Übergangsregierung berufen, um den seit Anfang 2021 amtierenden Regierungschef Dbeibah abzulösen. Dieser will die Macht jedoch nur an eine vom Volk gewählte Regierung abtreten.

Für die neuerliche Kämpfe machten sich beide Seiten am Samstag gegenseitig verantwortlich. Dbeibahs Regierung in Tripolis warf Baschagha vor, "im letzten Moment" aus Verhandlungen über Wahlen zum Jahresende ausgestiegen zu sein. Kurz darauf hätten die Kämpfe begonnen. Baschagha bestritt, dass es diese Gespräche gegeben habe und warf seinem Gegner vor, sich "an die Macht zu klammern".

Die jüngsten Kämpfe vertiefen die Sorge, dass sich die politische Krise zu einem größeren Konflikt auswachsen könnte. Die UN-Mission in Libyen rief zur "sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten" auf, die US-Botschaft äußerte sich "sehr besorgt". Auch der Experte Emadeddin Badi von der US-Denkfabrik Atlantic Council warnte vor einer drohenden Eskalation. "Kriege in den Städten" mit ihren Verheerungen für die Menschen und die zivile Infrastruktur hätten ihre "eigene Logik", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

(W.Budayev--DTZ)

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