Deutsche Tageszeitung - Erneut starker Rückgang von Krankenhausbehandlungen in Omikron-Welle

Erneut starker Rückgang von Krankenhausbehandlungen in Omikron-Welle


Erneut starker Rückgang von Krankenhausbehandlungen in Omikron-Welle
Erneut starker Rückgang von Krankenhausbehandlungen in Omikron-Welle / Foto: © AFP/Archiv

In der Omikron-Welle sind die Behandlungszahlen in den deutschen Krankenhäusern wieder ähnlich stark gesunken wie in den vorangegangenen Coronawellen - aber aus anderen Gründen. Der Rückgang dürfte vor allem auf Personalausfälle infolge der zahlreichen Omikron-Infektionen zurückzuführen sein, während zu Beginn der Pandemie geplante Operationen gezielt gestrichen wurden, um die Kliniken zu entlasten, wie das Wissenschaftliche Institut der AOK (Wido) am Donnerstag in Berlin mitteilte.

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Demnach sanken die Krankenhausbehandlungen zwischen Januar und Mai 2022 um 18 Prozent im Vergleich zum Vergleichszeitraum im Jahr 2019. Den stärksten Rückgang gab es im Januar mit 23 Prozent.

Das AOK-Institut vermeldete zugleich einen "alarmierenden Rückgang" bei Darmkrebsoperationen. Während sich die Lage bei den Brustkrebsoperationen mit einem Minus von sieben Prozent weitgehend normalisierte, wurde bei den Darmkrebsoperationen mit einem Minus von 20 Prozent der bislang höchste Rückgang aller bisherigen Pandemiewellen verzeichnet.

"Die Vermutung liegt nahe, dass ausgebliebene Diagnostik und Früherkennung dazu führen, dass Darmkrebserkrankungen nicht rechtzeitig erkannt und frühzeitig behandelt werden", erklärte Wido-Geschäftsführer Jürgen Klauber. Auch Krebsexperten warnten bereits vor mittelfristig steigenden Zahlen bei Krebstoten wegen ausgebliebener Vorsorge und Diagnostik.

Wie in den vergangenen Pandemiewellen gingen auch in der Omikron-Welle insgesamt die Zahlen bei Notfällen, Krebsoperationen, planbaren Operationen und anderen Behandlungen zurück. Im Vergleich zu 2019 gab es zwischen Januar und Mai dieses Jahres 14 Prozent weniger Herzinfarktbehandlungen und 13 Prozent weniger Schlaganfallbehandlungen.

Bei planbaren Eingriffen, die zu Beginn der Pandemie 2020 noch stark zurückgefahren worden waren, um die Kliniken zu entlasten, gab es zuletzt nur noch moderate Rückgänge. So wurde bei der Implantation von Hüftprothesen nur noch ein Minus von acht Prozent registriert. Weiterhin sehr hoch war der Rückgang bei Mandelentfernungen mit einem Minus von 43 Prozent.

Starke Einbrüche gab es auch bei den sogenannten ambulant-sensitiven Diagnosen, etwa um minus 37 Prozent bei Rückenschmerzen, minus 34 Prozent bei Bluthochdruckbehandlungen und minus 22 Prozent bei den Behandlungen von Diabetes. Diese Krankheiten können nach Einschätzung von Experten aber oft ebenso gut ambulant behandelt werden.

Als bemerkenswert stufte das Wido-Institut den deutlichen Anstieg bei wegen Covid-19 stationär behandelten Kindern und Jugendlichen ein. Ihr Anteil an allen Patientinnen und Patienten lag in den ersten drei Monaten dieses Jahres zwischen zehn und elf Prozent. In der vierten Coronawelle von Oktober bis Dezember 2021 hatte dieser Wert noch bei höchstens drei Prozent gelegen. Basis sind die Abrechnungsdaten der AOK-Versicherten, die etwa ein Drittel der Bevölkerung abbilden.

(B.Izyumov--DTZ)

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