Deutsche Tageszeitung - Bericht: Japanischer Kaiser will zu Begräbnis der Queen reisen

Bericht: Japanischer Kaiser will zu Begräbnis der Queen reisen


Bericht: Japanischer Kaiser will zu Begräbnis der Queen reisen
Bericht: Japanischer Kaiser will zu Begräbnis der Queen reisen / Foto: © AFP

Der japanische Kaiser Naruhito und seine Frau Masako wollen japanischen Medienberichten zufolge zum Staatsbegräbnis der Queen nach Großbritannien reisen. Wie der öffentlich-rechtliche japanische Radiosender NHK am Samstag berichtete, würden das kaiserliche Hofamt und die japanische Regierung entsprechende Vorbereitungen treffen. Demnach erwägt auch Premierminister Fumio Kishida, an dem Begräbnis teilzunehmen. Sollten Naruhitos Pläne bestätigt werden, wäre dies seine erste Auslandsreise seit seiner Thronbesteigung 2019 nach der Abdankung seines Vaters Akihito.

Textgröße ändern:

Die Regierung und das kaiserliche Hofamt bestätigten die Angaben zunächst nicht. Naruhitos erste Auslandsreise sollte bereits ursprünglich nach Großbritannien gehen, wurde aber wegen der Corona-Pandemie verschoben.

Die Tageszeitung "Mainichi Shimbun" wies darauf hin, dass Naruhitos geplante Teilnahme am Begräbnis von Queen Elizabeth II. eine eher ungewöhnliche Geste sei, da der Kaiser normalerweise nicht an Beerdigungen in Japan und im Ausland teilnehme. Lokale Medien verwiesen in diesem Zusammenhang auf die engen Beziehungen zwischen dem japanischen und dem britischen Königshaus als Grund für Naruhitos etwaige Teilnahme.

In einer nach ihrem Tod veröffentlichten Erklärung würdigte Naruhito die "zahlreichen Errungenschaften und Beiträge" der Queen und sagte, er empfinde "tiefe Trauer". Der 62-jährige Kaiser, der an der britischen Universität Oxford studiert hat, dankte der verstorbenen britischen Königin für "die vielen Anregungen, die sie mir während meines Studiums und meiner Besuche im Vereinigten Königreich gegeben hat".

Naruhitos Vater Akihito nahm 1953 als Kronprinz anstelle des damaligen Kaisers Hirohito an der Krönung von Königin Elizabeth II. teil. 1975 besuchte die Queen als erste britische Monarchin Japan.

Auch US-Präsident Joe Biden hatte am Freitag mitgeteilt, dass er zum Begräbnis von Queen Elizabeth II. nach Großbritannien reisen werde. Das Datum der Beerdigung wurde noch nicht bekanntgegeben. Beobachter rechnen damit, dass sie am 19. September in der Westminster Abbey in London stattfinden wird.

Elizabeth II. war nach Angaben des Buckingham Palasts am Donnerstag im Alter von 96 Jahren "friedlich" verstorben. Ihr Nachfolger auf dem Thron ist ihr ältester Sohn Prinz Charles. Er trägt nun offiziell den Namen Charles III.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

USA, Südkorea und Japan fordern "vollständige Denuklearisierung" Nordkoreas

US-Außenminister Marco Rubio und seine Kollegen aus Südkorea und Japan haben eine "vollständige Denuklearisierung" Nordkoreas gefordert. Rubio, der südkoreanische Außenminister Cho Hyun und der japanische Chefdiplomat Toshimitsu Motegi "bekräftigten ihre entschlossene Verpflichtung zur vollständigen Denuklearisierung" Nordkoreas bei Gesprächen am Freitag am Rande des G20-Außenministertreffens in den USA, wie das US-Außenministerium am Samstag mitteilte.

UN-Mission in Somalia nach mehr als 30 Jahren beendet

Nach mehr als drei Jahrzehnten diplomatischer Friedensbemühungen der Vereinten Nationen in Somalia ist die Untmis-Mission am Samstag offiziell zu Ende gegangen. Das ostafrikanische Land habe in den vergangenen Jahren "beträchtliche Fortschritte" gemacht, "auch wenn erhebliche Herausforderungen bestehen bleiben", erklärte Untmis-Leiter Raisedon Zenenga. Somalische Institutionen sollten nun die meisten der bisher von der UNo ausgeführten Aufgaben übernehmen.

Burnham "offen" für Entschuldigung für britische Rolle im Sklavenhandel

Der britische Premierminister Andy Burnham ist nach eigenen Worten "offen" für eine formelle Entschuldigung für die britische Rolle im früheren transatlantischen Sklavenhandel. "Ich möchte mein Bedauern und mein Mitgefühl für den Schmerz und das Leid so vieler Millionen Menschen ausdrücken", schrieb Burnham am Samstag in einem Gastbeitrag im "Guardian". Reparationen schloss Burnham aber ausdrücklich aus.

Linken-Parteitag: Eralp gibt nach "Angst"-Bericht "Schutzversprechen"

Die Berliner Linken-Spitzenpolitikerin Elif Eralp hat nach dem "Spiegel"-Bericht über ihre Angst vor Hamas-Sympathisanten ein "Schutzversprechen" für die Menschen in Berlin abgegeben. "Ich möchte eine Politik für alle Menschen machen, denn jeder verdient ein gutes Leben in Sicherheit und in Würde", sagte Eralp am Samstag auf einem Linken-Landesparteitag in Berlin. Dieser soll die Koalitionsverhandlungen der Linken mit Grünen und SPD beschließen.

Textgröße ändern: