Deutsche Tageszeitung - Faeser verbietet rockerähnliche Gruppierung "United Tribuns"

Faeser verbietet rockerähnliche Gruppierung "United Tribuns"


Faeser verbietet rockerähnliche Gruppierung "United Tribuns"
Faeser verbietet rockerähnliche Gruppierung "United Tribuns" / Foto: © AFP/Archiv

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat die rockerähnliche Gruppierung "United Tribuns" wegen krimineller Machenschaften verboten. "Mitglieder der Gruppierung 'United Tribuns' haben schwerste Straftaten begangen: Sexualstraftaten, Menschenhandelsdelikte und versuchte Tötungsdelikte", erklärte Faeser am Mittwoch. Am Mittwochmorgen fanden nach Angaben des Bundesinnenministeriums im Zusammenhang mit dem Verbot Durchsuchungen in neun Bundesländern statt.

Textgröße ändern:

Der Gesamtverein sowie die 13 "Chapter" werden nach Ministeriumsangaben aufgelöst und das Vereinsvermögen beschlagnahmt. Von dem Verbot sind nach Angaben des Bundeskriminalamts knapp 100 Mitglieder in Deutschland betroffen. Kennzeichen des Vereins dürften "weder verbreitet noch öffentlich oder in einer Versammlung verwendet werden", erklärte das Ministerium weiter. Es untersagte zudem, Ersatzorganisationen zu bilden.

Mitglieder des Vereins haben nach Ministeriumsangaben teilweise schwerste Straftaten begangen. Dazu zählten verschiedene Körperverletzungs- und versuchte Tötungsdelikte im Zusammenhang mit gewalttätigen Auseinandersetzungen etwa mit konkurrierenden Rockergruppierungen wie den "Hells Angels". Die Mitglieder hätten sich aber auch durch Sexual- und Menschenhandelsdelikte, Betrugsdelikte oder Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz strafbar gemacht.

Die "United Tribuns" wurden nach Ministeriumsangaben 2004 von einem ehemaligen bosnischen Boxer in Villingen-Schwenningen gegründet und stiegen, neben der rockerähnlichen Gruppierung "Black Jackets", zu einer der mächtigsten und mitgliederstärksten Gruppierungen in Deutschland auf. Nach außen stellt sich der Verein demnach als eine "Bruderschaft" mit Affinität zum Kampfsport und Fitnessmilieu dar.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Demonstranten in Israel fordern Zusammenarbeit von Opposition mit arabischen Parteien

In Israel haben hunderte Menschen nach der Parlamentswahl eine Zusammenarbeit der Opposition mit arabischen Parteien gefordert, um Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von der Macht zu verdrängen. In Tel Aviv gingen die Demonstranten am Samstagabend mit Plakaten mit Aufschriften wie "Araber und Juden werden nur zusammen gewinnen" und "Es gibt eine Mehrheit für den Wandel" auf die Straße.

Mehr als 500 Festnahmen am Rande von Protesten in Frankreich

Bei Ausschreitungen am Rande der landesweiten Proteste in Frankreich sind mehr als 500 Menschen festgenommen worden. Innenminister Laurent Nuñez sprach am Samstagabend von 520 Festnahmen. Die Zahl dürfte demnach im Verlauf des Abends noch steigen.

US-Außenminister: Trump hat noch keine Entscheidung über neue Iran-Angriffe getroffen

US-Präsident Donald Trump hat nach Worten seines Außenministers Marco Rubio noch keine Entscheidung über mögliche neue Angriffe auf den Iran getroffen. "Wir können militärische Ziele erreichen, wenn wir das wollen", sagte Rubio am Samstag bei einer Pressekonferenz beim G20-Außenministertreffen in der US-Großstadt Atlanta. "Er (Trump) hat noch keine Entscheidung getroffen." Die USA würden das Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Evakuierte aus umkämpfter ukrainischer Stadt Oleschky zurück bei ihren Angehörigen

Inmitten einer Feuerpause sind Einwohner der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky über Russland und Belarus evakuiert worden und zu ihren Angehörigen zurückgekehrt. Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, überquerten die Menschen am Samstag die ukrainische Grenze in der Region Tschernihiw im Norden des Landes. Die Feuerpause läuft noch bis Sonntagabend.

Textgröße ändern: