Deutsche Tageszeitung - Armenien und Aserbaidschan werfen sich gegenseitig neue Angriffe vor

Armenien und Aserbaidschan werfen sich gegenseitig neue Angriffe vor


Armenien und Aserbaidschan werfen sich gegenseitig neue Angriffe vor
Armenien und Aserbaidschan werfen sich gegenseitig neue Angriffe vor / Foto: © AFP

Im Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan haben sich beide Seiten gegenseitig neue bewaffnete Angriffe vorgeworfen. "Der Feind hat seinen Angriff unter Einsatz von Artillerie, Mörsern und großkalibrigen Schusswaffen" auf die Stadt Dschermuk wieder aufgenommen, teilte das armenische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium beschuldigte seinerseits Armenien, aserbaidschanische Stellungen in der Nähe von Kelbadschar und Latschin beschossen zu haben.

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Bei den am Dienstag neu aufgeflammten Kämpfen wurden nach Angaben beider Seiten bis Mittwoch insgesamt mehr als 150 Soldaten getötet. Der armenische Ministerpräsident Nikol Paschinjan gab die Zahl der gefallenen Soldaten seines Landes mit mindestens 105 an. Aserbaidschan nannte die Zahl von 50 getöteten Soldaten seiner Armee. Die aserbaidschanische Regierung bot an, 100 getötete armenische Soldaten an das Nachbarland zu übergeben.

Nach Angaben Paschinjans sollen die aserbaidschanischen Truppen bei den jüngsten Gefechten zehn Quadratkilometer armenischen Territoriums besetzt haben. Paschinjan appellierte an die aserbaidschanischen Streitkräfte, "unsere Gebiete zu verlassen".

Die Bundesregierung zeigte sich "zutiefst besorgt" über die Kämpfe entlang der armenisch-aserbaidschanischen Grenze. "Wir fordern Aserbaidschan und Armenien auf, umgehend jegliche Handlungen einzustellen, die die Sicherheit zwischen beiden Ländern, wie auch der Region, gefährden könnten", sagte ein Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch in Berlin. Beide Länder sollten stattdessen "unbedingt" den Dialog fortsetzen.

Es handelt sich um die schwersten Kämpfe zwischen den zwei Kaukasus-Staaten seit dem Krieg von 2020 um die Region Berg-Karabach. Damals waren in sechswöchigen Gefechten mehr als 6500 Menschen getötet worden. Die damaligen Kämpfe wurden durch ein von Russland vermitteltes Waffenstillstandsabkommen beendet. Dabei musste Armenien große Gebiete aufgeben.

Auch nach dem jüngsten Aufflammen der Kämpfe am Dienstag vermittelte Russland nach eigenen Angaben eine Feuerpause, die aber offensichtlich nicht lange hielt. Armenien und Aserbaidschan hatten bereits in den 1990er Jahren Krieg geführt. Damals wurden rund 30.000 Menschen getötet.

(P.Tomczyk--DTZ)

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