Deutsche Tageszeitung - Französischer Grünen-Parteichef tritt nach Gewaltvorwürfen von Ex-Partnerin zurück

Französischer Grünen-Parteichef tritt nach Gewaltvorwürfen von Ex-Partnerin zurück


Französischer Grünen-Parteichef tritt nach Gewaltvorwürfen von Ex-Partnerin zurück
Französischer Grünen-Parteichef tritt nach Gewaltvorwürfen von Ex-Partnerin zurück / Foto: © AFP/Archiv

Nach Vorwürfen psychologischer Gewalt gegen eine Ex-Partnerin hat der Parteichef der französischen Grünen seinen Posten aufgegeben. Da ihm die Vorwürfe nicht klar präsentiert worden seien, könne er sich nicht verteidigen. Dies sei eine "unhaltbare Situation", schrieb Julien Bayou in seiner Rücktrittserklärung am Montag. Es ist die zweite Partei innerhalb des linken Oppositionsbündnisses Nupes, die wegen mutmaßlicher Gewalt gegen Frauen unter Druck gerät.

Textgröße ändern:

Was genau Bayou vorgeworfen wird, ist unklar. Bereits im Juli hatte es eine interne Beschwerde gegen den Generalsekretär von Europe Écologie Les Verts (EELV) gegeben, die zunächst jedoch keine juristischen Folgen hatte. In der vergangenen Woche behauptete die grüne Abgeordnete Sandrine Rousseau in einer TV-Sendung, der Parteichef habe eine ehemalige Partnerin zu einem Suizidversuch getrieben.

Mitte September hatte bereits der linkspopulistische Abgeordnete Adrien Quatennens öffentlich eingeräumt, seine Frau geschlagen zu haben und seinen Rücktritt von der Parteiführung angekündigt. Seine Frau hatte ihn zuvor bei der Polizei angezeigt.

Dieser Fall erregte um so mehr Aufsehen, als Parteichef Jean-Luc Mélenchon seinen Vertrauten zunächst für dessen Mut zur öffentlichen Stellungnahme gelobt hatte, ohne ein Wort über seine Frau zu verlieren.

Mehr als 500 Frauen, einige von ihnen Mitglieder linker Parteien, hatten anschließend einen Aufruf unterzeichnet. Sie protestierten gegen "ein System, das Angreifer schützt". Mélenchon räumte später ein, dass seine Reaktion unangemessen gewesen sei. Die Debatte über den Umgang mit mutmaßlicher sexueller Gewalt gegen Frauen in den eigenen Reihen hält bei dem Linksbündnis jedoch an.

Die Allianz Nupes, die Linkspopulisten, Kommunisten, als auch Sozialisten und Grüne umfasst, hatte bei den Parlamentswahlen im Juni überraschend gut abgeschnitten. Nach Umfragen sind allerdings 63 Prozent der Sympathisanten des linken Lagers überzeugt, dass das Bündnis über kurz oder langer auseinanderbricht.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Russlandfreundliche Amtsinhaberin Jotowa klare Siegerin bei Präsidentenwahl in Bulgarien

Richtungsentscheidung bei der Präsidentschaftswahl in Bulgarien: Die russlandfreundliche Amtsinhaberin Ilijana Jotowa hat die Stichwahl in dem EU- und Nato-Mitgliedsland am Sonntag klar für sich entschieden. Laut Prognosen setzte sich die Staatschefin mit deutlichem Vorsprung gegen ihren pro-westlichen Herausforderer Andrej Gjurow durch. Dieser räumte noch am Wahlabend seine Niederlage ein. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gratulierte Jotowa zu ihrem Wahlsieg.

"Heat"-Regisseur Michael Mann verletzt sich versehentlich mit Schusswaffe

Hollywood-Regisseur Michael Mann ist berühmt für spektakuläre Schusswechsel in Thrillern wie "Heat" und "Collateral". Jetzt hat sich der 83-jährige Filmemacher selbst versehentlich mit einer Schusswaffe leicht verletzt. Wie Manns Agent am Sonntag mitteilte, löste sich an einem Schießstand in Los Angeles ein Schuss aus einer Waffe, die der Regisseur im Halfter trug. Mann habe eine "oberflächliche Verletzung" erlitten und sei medizinisch behandelt worden.

Textgröße ändern: