Deutsche Tageszeitung - Ukraine: 24 Tote bei weiterem russischen Angriff auf Fahrzeugkonvoi

Ukraine: 24 Tote bei weiterem russischen Angriff auf Fahrzeugkonvoi


Ukraine: 24 Tote bei weiterem russischen Angriff auf Fahrzeugkonvoi
Ukraine: 24 Tote bei weiterem russischen Angriff auf Fahrzeugkonvoi / Foto: © AFP

Im Nordosten der Ukraine sind nach jüngsten ukrainischen Angaben 24 Tote nach einem weiteren russischen Angriff auf einen Konvoi mit privaten Fahrzeugen entdeckt worden. "Die Besatzer haben Zivilisten angegriffen, die vor dem Beschuss fliehen wollten", erklärte der Gouverneur der Region Charkiw am Samstag. Unterdessen meldete die Ukraine den Einmarsch ihrer Truppen in die strategisch wichtige Stadt Lyman in Donezk, einer der vier Regionen, deren Annexion Russland am Freitag verkündet hatte.

Textgröße ändern:

Unter den Toten seien 13 Kinder und eine schwangere Frau, teilte der Gouverneur Oleg Synegubow mit, nachdem die Opfer des Angriffs nahe der Stadt Kupjansk entdeckt worden waren. "Für diese Grausamkeit gibt es keine Rechtfertigung", schrieb er bei Telegram.

Laut der Charkiwer Staatsanwaltschaft ereignete sich der Angriff auf sieben Fahrzeuge am 25. September. Am Freitag hatten Reporter der Nachrichtenagentur AFP nach dem Rückzug russischer Truppen aus Kupjansk auf einer Straße in der Region mindestens elf tote Zivilisten in Fahrzeugen gesehen.

Zuvor waren nach Angaben eines Regionalgouverneurs bei einem Angriff auf einen Konvoi mit zivilen Fahrzeugen in der südukrainischen Region Saporischschja bereits mindestens 30 Menschen getötet worden. Die ukrainischen Behörden machten am Freitag die russischen Truppen für den Angriff verantwortlich. Pro-russische Behörden warfen ihrerseits der Ukraine vor, für den "Terrorangriff" verantwortlich zu sein.

Indes meldeten ukrainische Streitkräfte einen Vorstoß in der strategisch wichtigen Stadt Lyman in der ostukrainischen Region Donezk, die seit dem Frühjahr von russischen Truppen besetzt ist. Das ukrainische Verteidigungsministerium veröffentlichte bei Twitter ein Video von Soldaten, die eine ukrainische Flagge neben einem Schild mit dem Namen der Stadt hochhalten.

Moskau bestätigte kurz darauf den Rückzug seiner Truppen aus der Stadt wegen der "Gefahr" einer Einkesselung. Zuvor hatten ukrainische Armeesprecher gemeldet, tausende Soldaten in der Nähe von Lyman eingekesselt zu haben.

Lyman liegt in der ostukrainischen Region Donezk, für die Russland am Freitag - ebenso wie für die drei weiteren von Moskau kontrollierten Regionen Luhansk, Saporischschja und Cherson - die Annexion durch die Unterzeichnung von Abkommen besiegelt hatte.

Die Annexion war international scharf verurteilt worden. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) sprach in der ARD von einem "Landraub mit brutalster Gewalt, mit Methoden, wie man sie sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen kann". Bei den vorherigen "Schein-Referenden" seien Menschen mit vorgehaltener Waffe gezwungen worden, ihr Land aufzugeben.

Am Samstag verurteilte auch die Türkei, die im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine mehrfach als Vermittler aufgetreten war, das Vorgehen Russlands. Die Türkei unterstütze die territoriale Integrität der Ukraine, ihre Unabhängigkeit und Souveränität, erklärte das Außenministerium.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte als Reaktion auf die Annexionen am Freitag verkündet, eine zügige Aufnahme der Ukraine in die Nato zu beantragen. Außenministerin Baerbock hatte Verständnis für den Wunsch geäußert. Es werde alles getan, um die Ukraine zu unterstützen, auch mit schweren Waffen, sagte sie. Allerdings müsse auch alles dafür getan werden, dass andere Länder und die Nato nicht in den Krieg hineingezogen würden.

Die Ukraine gab am Samstag die Festnahme des Chefs des unter russischer Kontrolle stehenden Atomkraftwerks Saporischschja in der Südukraine bekannt. Ihor Muraschow sei am Freitagnachmittag auf dem Weg vom Akw in die Stadt Enerhodar von einer "russischen Patrouille" festgenommen worden, erklärte der Chef des staatlichen ukrainischen Atomkraftwerkbetreibers Energoatom, Petro Kotin, in den Online-Netzwerken. Kotin zufolge stoppten die Russen das Fahrzeug des Akw-Generaldirektors, holten ihn aus dem Wagen und "fuhren ihn mit verbundenen Augen in eine unbekannte Richtung".

Kiew sprach von einem "Verbrechen, das ein weiterer Akt des russischen Staatsterrorismus ist und eine Verletzung des Völkerrechts". Russland müsse Muraschow "sofort freilassen", forderte das Außenministerium.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Prien: Interessen jüngerer Menschen stärker berücksichtigen

Nach den "GenZ"-Protesten vom Wochenende hat Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) dazu aufgerufen, die Interessen jüngerer Menschen stärker zu berücksichtigen. "Das sind genau die Debatten, die wir jetzt führen müssen, die auch die jungen Menschen sehr zurecht einfordern", sagte Prien am Montag im Sender RBB. Sie wies darauf hin, dass dafür auch ältere Generationen etwas abgeben müssten.

Trump zeigt sich von Sieg seiner Republikaner bei US-Kongresswahlen überzeugt

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat sich US-Präsident Donald Trump überzeugt von einem Sieg seiner Republikaner gezeigt. "Wir werden gewinnen", sagte er am Sonntag (Ortszeit). Die Demokraten seien "extreme und gefährliche Radikale", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Sie würden den Wohlstand der Bürger "stehlen" und Migranten ins Land lassen, die dann "plündern, vergewaltigen und brandschatzen" würden.

Zwei Tage vor US-Kongresswahlen: Trump bekräftigt Drohung gegen Iran

Zwei Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump seine Drohung bekräftigt, die Angriffe gegen den Iran wieder aufzunehmen. "Der einzige Grund, warum ich mit dem Iran noch nicht fertig bin, ist, dass ich nett sein will", sagte Trump am Sonntag vor Anhängern bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Iowa. Er wolle "all diese Leben retten". "Aber irgendwann werden wir ihnen einen harten Schlag versetzen müssen."

Koalitiongespräche für mögliche rot-grün-rote Regierung in Berlin starten

In Berlin starten am Montag (10.00 Uhr) die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer möglichen rot-grün-roten Regierung. Dazu kommen die Verhandler von Linken, Grünen und SPD nach Parteiangaben im Abgeordnetenhaus zusammen. Dazu gehören unter anderem auch die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp, SPD-Landeschef Steffen Krach und Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf.

Textgröße ändern: