Deutsche Tageszeitung - Tausende Brasilianer fordern nach Bolsonaros Wahlniederlage Eingreifen der Armee

Tausende Brasilianer fordern nach Bolsonaros Wahlniederlage Eingreifen der Armee


Tausende Brasilianer fordern nach Bolsonaros Wahlniederlage Eingreifen der Armee
Tausende Brasilianer fordern nach Bolsonaros Wahlniederlage Eingreifen der Armee / Foto: © AFP

Nach der Wahlniederlage des rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro in Brasilien haben zehntausende seiner Anhänger ein Eingreifen der Armee gefordert. Wie die brasilianische Nachrichtenwebsite "UOL" berichtete, fanden am Mittwoch in elf von 27 Bundesstaaten Demonstrationen vor Militärstandorten für ein Eingreifen der Armee statt. Unterdessen blockierten Bolsonaros Anhänger weiterhin Straßen.

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Proteste gab es unter anderem vor einem Militärstützpunkt in São Paulo. Er fordere ein Einschreiten der Armee, "damit unser Land nicht kommunistisch wird", sagte der Verkäufer Rodrigo da Mata der Nachrichtenagentur AFP. "Wir erkennen das Ergebnis der Wahl nicht an, weil wir wissen, dass es gefälscht wurde."

Auch vor dem Hauptquartier der Armee in der Hauptstadt Brasília demonstrierten Menschen. In Rio de Janeiro riefen Demonstranten "Lula, Dieb, dein Platz ist im Gefängnis", wie ein AFP-Journalist beobachtete. Damit spielten sie auf die Inhaftierung des Wahlgewinners Luiz Inácio Lula da Silva von 2018 bis 2019 wegen Korruptionsvorwürfen an.

Der linksgerichtete Lula hatte die Präsidentschaftswahl am Sonntag knapp gegen den rechtsradikalen Bolsonaro gewonnen. Lula bekam in der Stichwahl 50,9 Prozent der Stimmen, Bolsonaro 49,1 Prozent. Es ist das engste Ergebnis einer Präsidentschaftswahl in Brasiliens neuerer Geschichte. Erst nach rund zweitägigem Schweigen erklärte Bolsonaro am Dienstag, die Verfassung zu "respektieren" und gab damit grünes Licht für die Machtübergabe an Lula.

Aus Protest gegen den Sieg Lulas blockieren Bolsonaro-Anhänger wiederholt an verschiedenen Orten im ganzen Land Straßen. Im südlichen Bundesstaat Santa Catarina wurden Demonstranten dabei gefilmt, wie sie den Hitlergruß zeigten. Dort hatten fast 70 Prozent der Wähler für Bolsonaro gestimmt.

Die brasilianische Bundesverkehrspolizei erklärte derweil, die Zahl der Straßenblockaden sei zurückgegangen. Am Mittwoch meldete die Polizei rund 150 Blockaden in 15 Bundesstaaten, am Dienstag waren es noch 271 Blockaden in fast allen Bundesstaaten gewesen.

Die Behörden waren zuletzt verstärkt gegen die Straßensperren vorgegangen. Nach Angaben der Bundesverkehrspolizei wurden seit Montag mehr als 560 Demonstrationen aufgelöst, teilweise setzten die Beamten Tränengas ein.

(M.Dylatov--DTZ)

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