Deutsche Tageszeitung - Erneute Gewalteskalation im israelisch-palästinensischen Konflikt

Erneute Gewalteskalation im israelisch-palästinensischen Konflikt


Erneute Gewalteskalation im israelisch-palästinensischen Konflikt
Erneute Gewalteskalation im israelisch-palästinensischen Konflikt / Foto: © AFP

Die Gewalt im israelisch-palästinensischen Konflikt ist erneut eskaliert. Bei verschiedenen Vorfällen wurden am Donnerstag insgesamt vier Palästinenser getötet, wie aus Angaben von palästinensischer wie israelischer Seite hervorging. Einer der Getöteten hatte israelische Polizisten in der Jerusalemer Altstadt mit einem Messer attackiert. Weitere drei Palästinenser wurden bei Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften in dem Ort Beit Duku nordwestlich von Jerusalem sowie in Dschenin im Westjordanland getötet.

Textgröße ändern:

Bei dem Angriff im muslimischen Viertel der Jerusalemer Altstadt wurden nach Angaben der israelischen Polizei drei israelische Polizisten verletzt. Der Angreifer habe das Messer gezückt und sei damit auf die Beamten losgegangen, nachdem er von diesen für eine Sicherheitskontrolle angehalten worden sei. Das Damaskustor, das in dieses Viertel führt, wurde geschlossen, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Einige Stunden später wurden bei einer Razzia der israelischen Armee in Dschenin zwei Palästinenser im Alter vom 14 und 28 Jahren erschossen und vier weitere Palästinenser verletzt, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte.

Die israelischen Streitkräfte bezeichneten den getöteten 28-Jährigen als Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad, der für mehrere Schusswaffenangriffe auf israelische Sicherheitskräfte verantwortlich gewesen sei. Der Mann sei vor den israelischen Soldaten geflohen und habe eine Schusswaffe gezogen, bevor diese ihn erschossen hätten.

Zu dem in Beit Duku getöteten Palästinenser sagte ein Sprecher der israelischen Grenzpolizei der AFP, "ein Terrorist, der Brandbomben auf unsere Streitkräfte warf", sei mit einer solchen Bombe in der Hand entdeckt und erschossen worden.

In der Nacht zum Donnerstag hatte die israelische Armee nach eigenen Angaben die wochenlange Abriegelung der Stadt Nablus im Westjordanland aufgehoben. Die Blockade der Stadt war nach einer Serie anti-israelischer Angriffe verhängt worden, welche nach Armee-Angaben eine Palästinensergruppe mit dem Namen Höhle des Löwen von Nablus aus geführt hatte.

Die Gruppe war demnach im Oktober für etwa 20 Angriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten verantwortlich. Mitte Oktober bekannte sie sich zu einem tödlichen Angriff auf einen israelischen Soldaten in der Nähe der Siedlung Schavei Schomron.

Die Gewalt im israelisch-palästinensischen Konflikt hat in den vergangenen Monaten wieder deutlich zugenommen. Nach einer AFP-Zählung wurden allein seit Anfang Oktober mindestens 34 Palästinenser und drei Israelis im Westjordanland getötet.

Die Zunahme der Gewalt überschattete auch die vorgezogene Parlamentswahl am Dienstag in Israel, nach der sich eine Mehrheit für ein vom früheren Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu angeführtes Rechtsbündnis abzeichnete. Bis Donnerstagnachmittag waren mehr als 95 Prozent der Stimmen ausgezählt, der Vorsprung des Rechtsbündnisses war stabil.

Netanjahus potenzieller ultrarechter Bündnispartner Itamar Ben Gvir, der sich für eine komplette Annexion des Westjordanlands ausspricht, bekräftigte seine Forderung nach einem harten Kurs gegenüber den Palästinensern. "Es ist Zeit, dass wir wieder Herren unseres Landes werden", sagte er. Die israelischen Sicherheitskräfte müssten härter gegen Palästinenser vorgehen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Hakeem Jeffries steht vor dem Aufstieg zum mächtigsten Demokraten im Kongress

Der Demokrat Hakeem Jeffries hatte ein gelöstes Lachen auf dem Gesicht, als er kurz nach 23 Uhr in Washington vor seine Anhänger trat. Der ansonsten eher reservierte Abgeordnete aus New York genoss sichtlich den minutenlangen Jubel und reckte energisch wie zu seinen Football-Zeiten die Fäuste in die Luft.

Grönlands Parlament stimmt US-Sicherheitsabkommen zu

Grönlands Parlament hat am Dienstag ein wichtiges Sicherheitsabkommen mit den Vereinigten Staaten und Dänemark verabschiedet. Mit 16 Ja-Stimmen gegen keine Nein-Stimmen markiert dies einen entscheidenden Schritt zur Stärkung der regionalen Sicherheit auf der arktischen Insel.

Demokraten gewinnen in Texas Senatssitz und Gouverneursamt

Die blaue Welle, die in der vergangenen Wahlnacht bei den Midterms durch die Vereinigten Staaten zog, hat ebenfalls in Texas nicht haltgemacht. Mit James Talarico haben die Demokraten zum ersten Mal seit 1988 wieder eine Senatswahl in dem christlich-konservativen Bundesstaat gewonnen.

Mattella zur Nationalen Einheit: Appell an gemeinsame europäische Verteidigung

Im Rahmen des Tages der Nationalen Einheit und der Streitkräfte hat der italienische Staatspräsident Sergio Mattarella in einem Grußwort an das Verteidigungsministerium die Bedeutung historischer Einheit und demokratischer Freiheit betont. Zugleich warnte er vor neuen Sicherheitsrisiken und forderte eine stärkere europäische Verteidigungskompetenz.

Textgröße ändern: