Deutsche Tageszeitung - Infantino weist Kritik an WM in Katar als "Heuchelei" zurück

Infantino weist Kritik an WM in Katar als "Heuchelei" zurück


Infantino weist Kritik an WM in Katar als "Heuchelei" zurück
Infantino weist Kritik an WM in Katar als "Heuchelei" zurück / Foto: © AFP

Einen Tag vor Beginn der Fußball-WM in Katar hat der Präsident des Weltfußballverbands Fifa, Gianni Infantino, Kritik an der Veranstaltung als "Heuchelei" zurückgewiesen. "Was im Moment passiert, ist zutiefst, zutiefst ungerecht", sagte Infantino am Samstag auf der Eröffnungspressekonferenz zur WM in Doha. "Für das, was wir Europäer in den vergangenen 3000 Jahren getan haben, sollten wir uns für die nächsten 3000 Jahre entschuldigen, bevor wir anderen Moralpredigten halten."

Textgröße ändern:

Angesichts der massiven Kritik, die die Fifa wegen der Arbeitsbedingungen der Arbeiter auf den WM-Baustellen einstecken musste, sagte Infantino, der Weltverband habe sich um das Schicksal der Arbeiter gekümmert. Mit Blick auf LGBTQ-Rechte hätten ihm die katarischen Behörden zudem versichert, dass "jeder" während der Weltmeisterschaft "willkommen" sei.

Infantino erklärte sich zudem solidarisch mit diskriminierten Gruppen. Er fühle sich heute "als Katarer", "als Araber", "als Homosexueller", "als Behinderter" und "als Arbeitsmigrant", sagte er.

Als Sohn italienischer "Wanderarbeiter" in der Schweiz wisse er, was Diskriminierung bedeute, sagte Infantino und verwies dabei auf seine persönliche Geschichte. So sei er als Kind unter anderem wegen seiner roten Haare, seiner Sommersprossen und seiner schlechten Deutsch-Kenntnisse diskriminiert worden.

Die am Sonntag beginnende Fußball-Weltmeisterschaft ist die erste in einem arabischen Land. Katar als WM-Gastgeber steht seit Jahren wegen seines Umgangs mit ausländischen Arbeitskräften, mit Frauen und Vertretern der LGBTQ-Gemeinschaft in der Kritik. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer. Homosexualität ist in dem Emirat strafbar.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Trump kündigt Ende des milliardenschweren Israel-Hilfsprogramms an

US-Präsident Donald Trump hat das Aus für ein milliardenschweres Zehn-Jahres-Programm zur Unterstützung der Sicherheit Israels angekündigt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sei mit dem Schritt „einverstanden“, führte aus Trump am Dienstag in einem Telefoninterview mit dem US-Sender „Fox News“.

Russischer Angriff auf Dorf in Saporischschja fordert mindestens 33 Tote

Einen Tag nach dem tödlichen russischen Angriff auf ein Dorf in der Region Saporischschja befürchtet die Ukraine noch über 50 Menschen unter den Trümmern. „Ein einziger Angriff hat 33 Menschen getötet.

Trump will jährliche US-Militärhilfe für Israel bis Jahresende beenden

Präsident Donald Trump hat am Dienstag erklärt, die Vereinigten Staaten würden ihre jährliche Militärhilfe für Israel in Höhe von fast vier Milliarden Dollar bis Jahresende einstellen. Der Zeitpunkt der Ankündigung überraschte: Sie fiel auf den Tag der Zwischenwahlen zum US-Kongress (Midterms) und dürfte einen Konflikt mit dem Kongress auslösen.

Polizeigewerkschaft warnt vor Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) blickt mit Sorge auf eine mögliche Regierungsverantwortung der AfD in Sachsen-Anhalt. „Die Polizei macht erst einmal jeden Tag ihre Arbeit für die Sicherheit aller Menschen in diesem Bundesland“, führte aus der GdP-Vorsitzende, Jochen Kopelke, der Deutschen Presse-Agentur am Rande des GdP-Bundeskongresses in Berlin.

Textgröße ändern: