Deutsche Tageszeitung - Netanjahu und König Abdullah sprechen in Amman über Lage auf dem Tempelberg

Netanjahu und König Abdullah sprechen in Amman über Lage auf dem Tempelberg


Netanjahu und König Abdullah sprechen in Amman über Lage auf dem Tempelberg
Netanjahu und König Abdullah sprechen in Amman über Lage auf dem Tempelberg / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Nach jahrelanger Pause sind Jordaniens König Abdullah II. und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstag zu Gesprächen zusammengekommen, bei denen es auch um die brisante Lage am Jerusalemer Tempelberg ging. Nach Angaben des jordanischen Königspalastes betonten der König und Netanjahu bei ihrem Treffen in der jordanischen Hauptstadt Amman, wie wichtig es sei, dessen "historischen und rechtlichen Status zu respektieren".

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Der Tempelberg in Jerusalem steht unter jordanischer Verwaltung. Das Judentum verehrt den Tempelberg als seinen heiligsten Ort. Für Muslime ist der Hügel mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee die drittheiligste Stätte nach Mekka und Medina. Um Provokationen zu vermeiden, dürfen nicht-muslimische Besucher ihn zwar zu bestimmten Zeiten besuchen, aber dort nicht beten.

Das Büro Netanjahus teilte mit, bei dem Treffen in Amman seien "regionale Fragen" und die Zusammenarbeit beider Länder besprochen worden. Die Beziehungen zwischen beiden Nachbarländern sind seit Jahren angespannt. Zuletzt trafen sich die beiden Politiker 2018 in Jordanien.

Am 3. Januar hatte der rechtsradikale israelische Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg besucht. Der Besuch war international scharf kritisiert worden.

Netanjahu, der bereits von 2009 bis 2021 Ministerpräsident war, hat im vergangenen Monat erneut die Regierungsgeschäfte übernommen. Dafür verbündete er sich mit ultrarechten und ultraorthodoxen Parteien und führt die am weitesten rechts stehende Regierung in der Geschichte Israels an.

Sein Besuch in Amman am Dienstag war die erste offizielle Auslandsreise Netanjahus seit Amtsantritt. Jordanien war 1994 nach Ägypten das zweite arabische Land, das einen Friedensvertrag mit dem benachbarten Israel unterzeichnete.

(V.Korablyov--DTZ)

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