Deutsche Tageszeitung - NGO-Bericht: Viele Unternehmen tragen nicht genug zum Waldschutz bei

NGO-Bericht: Viele Unternehmen tragen nicht genug zum Waldschutz bei


NGO-Bericht: Viele Unternehmen tragen nicht genug zum Waldschutz bei
NGO-Bericht: Viele Unternehmen tragen nicht genug zum Waldschutz bei / Foto: © AFP

Trotz strengerer gesetzlicher Vorgaben und eigener Verpflichtungen lässt der Beitrag von Unternehmen zu mehr Waldschutz noch immer zu wünschen übrig. Laut einem am Mittwoch vorgestellten Bericht der NGO Global Canopy haben hunderte Unternehmen noch immer keine Richtlinien hinsichtlich der Abholzung von Wäldern festgelegt. Es gebe zwar vereinzelte Fortschritte, doch die Mehrheit der Unternehmen "lebt auf Zeit und gefährdet damit Klima- und Naturschutzziele", sagte Global-Canopy-Direktor Niki Mardas.

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Für ihren Bericht "Forest 500" untersuchten die Forscher 500 Unternehmen und Finanzinstitutionen in Europa und Großbritannien mit dem größten Einfluss auf die Abholzung von Regenwäldern. 201 von ihnen haben demnach diesbezüglich noch immer keine firmeninternen Richtlinien festgelegt - trotz neuer gesetzlicher Vorgaben aus der EU und Großbritannien.

Dazu gehören auch die deutschen Unternehmen VW und Deichmann. Europas größter Schuh-Einzelhändler erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass der Konzern keine Materialien direkt aus Ländern beziehe, die "mit dem Problem der Abholzung in Verbindung gebracht werden". VW äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. Wenn die Unternehmen daran nichts ändern, riskieren sie den Forschern zufolge nicht nur ihre Existenz, sondern auch ihren Ruf.

Auch nahmen die Wissenschaftler 350 Unternehmen bezüglich der Rohstoffe unter die Lupe, die zur Abholzung von Wäldern beitragen wie Palmöl, Soja, Rindfleisch, Leder, Holz sowie Zellstoff und Papier. Dabei stellte sich heraus, dass zwar 100 Unternehmen diesbezügliche Verpflichtungen eingegangen sind, darunter der britische Konzern Unilever und die Supermarktkette Sainsbury's. Aber nur die Hälfte von ihnen kontrolliert auch aktiv Lieferanten oder Beschaffungsregionen im Einklang mit dem eigenen Regelwerk.

Experten zufolge ist die Eindämmung der Entwaldung der Schlüssel, um die Klimaziele zu erreichen. Erst vor wenigen Monaten hatten sich die Teilnehmerländer der Weltnaturkonferenz COP15 in Kanada auf eine von vielen als historisch bezeichnetes Artenschutzabkommen geeinigt. Darunter fielen auch der Schutz von 30 Prozent der weltweiten Land- und Meeresflächen bis 2030.

Unternehmen sollten demnach aber lediglich dazu ermuntert werden, die Folgen ihrer Produktion für die Biodiversität bekannt zu geben - nicht verpflichtet.

(V.Korablyov--DTZ)

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