Deutsche Tageszeitung - Mehr als 15.700 Teilnehmer bei rechtsextremen Aufmärschen 2022

Mehr als 15.700 Teilnehmer bei rechtsextremen Aufmärschen 2022


Mehr als 15.700 Teilnehmer bei rechtsextremen Aufmärschen 2022
Mehr als 15.700 Teilnehmer bei rechtsextremen Aufmärschen 2022 / Foto: © AFP/Archiv

Im vergangenen Jahr haben rund 15.700 Menschen an Nazi-Aufmärschen teilgenommen - mehr als doppelt so viele als 2021. Das geht der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag vorlag. In dem von der Corona-Pandemie geprägten Jahr 2021 waren demnach noch 7745 Menschen bei rechtsextremen Aufmärschen gezählt worden.

Textgröße ändern:

Die Zahl derartiger Veranstaltungen stieg von 91 im Jahr 2021 auf 140 im vergangenen Jahr, ungefähr so viele wie in den Vorjahren. Zuvor hatte die "Neue Osnabrücker Zeitung" über die Zahlen berichtet.

"Die Mobilisierungskraft der extremen Rechten ist leider größer, als es die Zahlen der Bundesregierung abbilden", sagte die Linken-Abgeordnete Petra Pau der Zeitung. Sie verwies darauf, dass Aufmärsche der AfD und ihrem Umfeld nicht in den vorliegenden Zahlen berücksichtigt würden.

Anfang Oktober vergangenen Jahres etwa hatten rund 8000 AfD-Anhänger in Berlin gegen die Politik der Ampel-Regierung protestiert. Pau warnte, die Bundesregierung müsse "endlich die Wandlung des Rechtsextremismus besser in den Blick nehmen". Dieser befinde sich nicht mehr nur in der "rechten Schmuddelecke", sondern reiche bis weit in die bürgerliche Mitte.

Die höchste Zahl an rechtsextremen Aufmärschen wurde im Jahr der Flüchtlingskrise 2015 mit 430 erreicht, damals nahmen den Angaben der Linksfraktion zufolge 58.800 Menschen an Naziaufmärschen teil.

Demnach steigt auch die Zahl der Konzerte aus dem rechtsextremen Umfeld mit dem Auslaufen der Corona-Pandemie inzwischen wieder. 2022 habe es 248 solcher Veranstaltungen mit rund 13.600 Teilnehmern gegeben, während es in den beiden Vorjahren nur 135 derartige Konzerte gegeben habe.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Gregor Gysi fordert Ausschluss von Vanessa Emde aus der Linksfraktion

Berlin – Jetzt schaltet sich auch Linken-Urgestein Gregor Gysi (78) in den Streit um Vanessa Emde ein! Der Bundestagsabgeordnete spricht sich offen für einen Rauswurf seiner umstrittenen Berliner Parteikollegin aus der Linksfraktion aus.

Stephen Miller übernimmt nach republikanischer Wahlniederlage Trumps Stabsführung

Nach der krachenden Wahlniederlage der Republikaner hat US-Präsident Donald Trump am Freitag seine Stabschefin Susie Wiles entlassen . Bereits am Montag soll ihr bisheriger Stellvertreter Stephen Miller die Leitung des Weissen Hauses übernehmen.

USA setzen Millionenbelohnung für Hinweise zu Irans Atomprogramm aus

Ausserdem sollen Hinweisgeber die Aussicht auf eine «mögliche Umsiedlung bekommen», wie es auf einer Webseite der US-Regierung heisst. Von Interesse seien Informationen über Anlagen, Ausrüstung und beteiligtes Personal wie Wissenschaftler sowie über Material, das weggeschafft worden sei.

Demokraten in Texas: Neue Hoffnung für das Gesundheitswesen nach historischem Wahlsieg

Mit dem Sieg von Gouverneurin Gina Hinojosa haben die Demokraten in Texas nach drei Jahrzehnten die Kontrolle zurückerlangt. Die neue Führung sieht sich nun mit der dringenden Aufgabe konfrontiert, die katastrophale Versorgungslage zu verbessern, während nur zwei Monate bis zur Legislaturperiode bleiben und republikanische Mehrheiten im Senat blockieren könnten.

Textgröße ändern: