Deutsche Tageszeitung - Ministerium: Trump genießt bei Klagen zu Kapitol-Sturm keine grundsätzliche Immunität

Ministerium: Trump genießt bei Klagen zu Kapitol-Sturm keine grundsätzliche Immunität


Ministerium: Trump genießt bei Klagen zu Kapitol-Sturm keine grundsätzliche Immunität
Ministerium: Trump genießt bei Klagen zu Kapitol-Sturm keine grundsätzliche Immunität / Foto: © AFP/Archiv

Der frühere US-Präsident Donald Trump ist bei Zivilklagen im Zusammenhang mit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 nicht grundsätzlich durch seine damalige Immunität als Staatschef geschützt. Zu diesem Schluss kommt das US-Justizministerium in einer am Donnerstag bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Stellungnahme. Zwar genieße ein Präsident absolute Immunität für Handlungen in Ausübung seines Amtes; er könne aber für Handlungen verklagt werden, die eindeutig außerhalb seiner Amtspflichten lägen.

Textgröße ändern:

Hintergrund sind Zivilklagen von zwei Polizisten und elf Parlamentariern gegen Trump. Sie machen den damaligen Präsidenten für die Gewalt vom 6. Januar 2021 mitverantwortlich und verlangen Schadenersatz.

Radikale Trump-Anhänger hatten das Kapitol gestürmt, um eine Bestätigung des Wahlsiegs des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November 2020 zu verhindern. Der Angriff mit fünf Toten sorgte weltweit für Entsetzen und gilt als schwarzer Tag in der Geschichte der US-Demokratie.

Trump hatte seine Anhänger kurz vor der Attacke aufgerufen, zum Kapitol zu marschieren und "auf Teufel komm raus" zu kämpfen. Zuvor hatte der abgewählte Amtsinhaber über Wochen fälschlicherweise behauptet, er sei durch massiven Wahlbetrug um eine Wiederwahl gebracht worden.

Nach Angaben des Justizministeriums argumentiert Trump nun, er habe sich bei seinen Reden zu wichtigen öffentlichen Themen geäußert, was Teil seiner Aufgaben als Präsident gewesen sei. Das Justizministerium hält dem aber entgegen, "Anstiftung zu unmittelbar bevorstehender privater Gewalt" sei nicht Aufgabe eines Präsidenten. In einem solchen Fall könne Trump keine Immunität geltend machen.

Sollte sich das Bundesgericht der Auffassung des Justizministeriums anschließen, können die Zivilverfahren gegen Trump fortgesetzt werden. Neben den Zivilklagen gibt es auch Ermittlungen eines US-Sonderermittlers zu Trumps Rolle bei der Kapitol-Erstürmung. Justizminister Merrick Garland hatte Sonderermittler Jack Smith im vergangenen November eingesetzt.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Gregor Gysi fordert Ausschluss von Vanessa Emde aus der Linksfraktion

Berlin – Jetzt schaltet sich auch Linken-Urgestein Gregor Gysi (78) in den Streit um Vanessa Emde ein! Der Bundestagsabgeordnete spricht sich offen für einen Rauswurf seiner umstrittenen Berliner Parteikollegin aus der Linksfraktion aus.

Stephen Miller übernimmt nach republikanischer Wahlniederlage Trumps Stabsführung

Nach der krachenden Wahlniederlage der Republikaner hat US-Präsident Donald Trump am Freitag seine Stabschefin Susie Wiles entlassen . Bereits am Montag soll ihr bisheriger Stellvertreter Stephen Miller die Leitung des Weissen Hauses übernehmen.

USA setzen Millionenbelohnung für Hinweise zu Irans Atomprogramm aus

Ausserdem sollen Hinweisgeber die Aussicht auf eine «mögliche Umsiedlung bekommen», wie es auf einer Webseite der US-Regierung heisst. Von Interesse seien Informationen über Anlagen, Ausrüstung und beteiligtes Personal wie Wissenschaftler sowie über Material, das weggeschafft worden sei.

Demokraten in Texas: Neue Hoffnung für das Gesundheitswesen nach historischem Wahlsieg

Mit dem Sieg von Gouverneurin Gina Hinojosa haben die Demokraten in Texas nach drei Jahrzehnten die Kontrolle zurückerlangt. Die neue Führung sieht sich nun mit der dringenden Aufgabe konfrontiert, die katastrophale Versorgungslage zu verbessern, während nur zwei Monate bis zur Legislaturperiode bleiben und republikanische Mehrheiten im Senat blockieren könnten.

Textgröße ändern: