Deutsche Tageszeitung - UNO kauft Supertanker zur Vermeidung von Ölpest im Jemen

UNO kauft Supertanker zur Vermeidung von Ölpest im Jemen


UNO kauft Supertanker zur Vermeidung von Ölpest im Jemen
UNO kauft Supertanker zur Vermeidung von Ölpest im Jemen / Foto: © Satellite image ©2020 Maxar Technologies/AFP/Archiv

Die UNO hat den Einsatz eines von ihr gekauften Tankschiffs zur Vermeidung einer Ölpest vor der Küste des Bürgerkriegslandes Jemen angekündigt. Der Chef des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP), Achim Steiner, teilte am Donnerstag in New York mit, seine Organisation habe einen Kaufvertrag mit dem Unternehmen Euronav für ein großes Tankschiff unterzeichnet, das mehr als eine Million Barrel Öl aufnehmen könne.

Textgröße ändern:

Steiner sprach von einem "größeren Durchbruch" in den Bemühungen, eine Umweltkatastrophe durch den seit Jahren vor einem jemenitischen Hafen ankernden und vor sich hinrottenden Öltanker "FSO Safer" zu verhindern. Durch den UN-Einsatz werde dem "Risiko eines ökologischen und humanitären Desasters von massivem Ausmaß" begegnet.

Nach Angaben des UNDP-Chefs soll der Supertanker im April in Richtung Jemen losfahren, nachdem er noch in China einer routinemäßigen Wartung unterzogen wird. Wenn alles nach Plan laufe, könne dann das Abpumpen des Öls aus der "FSO Safer" Anfang Mai beginnen.

Die "FSO Safer" ankert seit Ausbruch des Bürgerkriegs im Jemen im Jahr 2015 vor dem von Rebellen kontrollierten Hafen Hodeida, ohne gewartet zu werden. Auf dem 47 Jahre alten Schiff lagern 1,1 Millionen Barrel Rohöl (etwa 175 Millionen Liter). UN-Experten haben in der Vergangenheit die Befürchtung bekundet, dass das Schiff auseinanderbrechen könnte. Die Kosten durch die dadurch entstehende Ölpest veranschlagten sie auf umgerechnet 19 Milliarden Euro.

Die Ölmenge auf der "FSO Safer" entspricht dem Vierfachen der Menge, die 1989 nach der Havarie der "Exxon Valdez" vor dem US-Bundesstaat Alaska ins Meer gelangt war. Die dadurch ausgelöste Ölpest gilt bis heute als eine der verheerendsten Umweltkatastrophen der Geschichte.

Die Vereinten Nationen hatten jahrelang nach einer Lösung für die "FSO Safer" gesucht. Nachdem sie andere Optionen erfolglos geprüft hatten, beschlossen sie in einem ungewöhnlichen Schritt, selber ein Tankschiff zu kaufen.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Susanne Johna kündigt Kandidatur als BÄK-Präsidentin an

Susanne Johna hat bei ihrer Wiederwahl zur Vorsitzenden des Marburger Bundes angekündigt, im Mai 2027 als erste Frau die Bundesärztekammer zu leiten. In ihrer Rede kritisierte sie die zunehmende Bedeutungslosigkeit der Ärzte in politischen und wirtschaftlichen Fragen und forderte eine stärkere Positionierung der Berufsgruppe.

Kantonsregierung Zürich blockiert barrierefreie Querungen zugunsten des Autoverkehrs

An der Rosengartenstrasse in Zürich scheiden sich die Geister über die Priorisierung im Verkehr. Während die Stadt barrierefreie Querungen plant, blockiert die Kantonsregierung diese mit Verweis auf Staurisiken. Kritiker sehen darin eine klare Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs gegenüber den Anforderungen eines inklusiven Stadtlebens.

Hartmut Graßl: Klimawandel erzwingt neues Zeitalter und US-Wahl als Wendepunkt

Der Physiker und Meteorologe Professor Hartmut Graßl betont in seiner aktuellen Analyse die Dringlichkeit des Pariser Abkommens. Er warnt davor, dass der menschgemachte Klimawandel bereits ein neues Zeitalter erzwungen hat, das jede natürliche Eiszeit verhindert. Zugleich sieht er in der Wahlniederlage der Republikaner in den USA eine wichtige Korrektur für die globale Klimapolitik.

Gregor Gysi fordert Ausschluss von Vanessa Emde aus der Linksfraktion

Berlin – Jetzt schaltet sich auch Linken-Urgestein Gregor Gysi (78) in den Streit um Vanessa Emde ein! Der Bundestagsabgeordnete spricht sich offen für einen Rauswurf seiner umstrittenen Berliner Parteikollegin aus der Linksfraktion aus.

Textgröße ändern: