Deutsche Tageszeitung - Unfallversicherung springt nicht bei Schlägerei wegen zugeparkter Betriebseinfahrt ein

Unfallversicherung springt nicht bei Schlägerei wegen zugeparkter Betriebseinfahrt ein


Unfallversicherung springt nicht bei Schlägerei wegen zugeparkter Betriebseinfahrt ein
Unfallversicherung springt nicht bei Schlägerei wegen zugeparkter Betriebseinfahrt ein / Foto: © AFP/Archiv

Kommt es während einer Betriebsfahrt zu einer Schlägerei mit einem anderen Verkehrsteilnehmer, springt bei Verletzungen nicht die Unfallversicherung ein. Es handle sich in diesem Fall nicht um einen Arbeitsunfall, entschied das Sozialgericht Berlin in einem am Montag veröffentlichten Urteil. (S 98 U 50/21)

Textgröße ändern:

Im konkreten Fall war eine Betriebseinfahrt bei der Rückkehr eines Bauleiters von einem beruflichen Termin durch einen Lastwagen zugeparkt. Dessen Fahrer ignorierte mehrfache Aufforderungen zum Platzmachen, weshalb der Kläger zu Fuß weiterging. Als er wieder zu seinem Wagen zurückkehrte, kam es zunächst zu einem Wortwechsel mit dem Lastwagenfahrer, der den Bauleiter als "egoistisches Arschloch" beschimpfte. Im Verlauf des eskalierenden Streits schlug der Lastwagenfahrer dem Kläger ins Gesicht. Dieser musste wegen einer Mittelgesichtsfraktur operiert werden.

Die beklagte Unfallversicherung erkannte das nicht als Arbeitsunfall an. Das Sozialgericht wies die Klage des Bauleiters dagegen ab. Der Kläger habe den Betriebsweg verlassen, als er seine Autotür nach den Beleidigungen des Lastwagenfahrers noch einmal schloss, um die Angelegenheit auszudiskutieren. Ab diesem Moment habe das Handeln des Klägers privaten Zwecken gedient, urteilte das Gericht. Während dieser Unterbrechung des Betriebswegs habe daher kein Versicherungsschutz bestanden. Das Urteil kann vor dem Landessozialgericht Berlin-Brandenburg angefochten werden.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

Neuköllner Linken-Politiker Ahmed Abed vertrat Ibrahim Ibrahim vor Gericht

Im Streit um die Berliner Linken-Abgeordnete Vanessa Emde ist eine weitere Kontroverse aufgetaucht: Der Neuköllner Bürgermeisterkandidat der Partei Die Linke, Ahmed Abed, hat den als Terrorsympathisant bekannten Ibrahim Ibrahim vor Gericht vertreten. Währenddessen haben SPD, Grüne und die Linke in Berlin die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Landesregierung aufgenommen.

Susanne Johna kündigt Kandidatur als BÄK-Präsidentin an

Susanne Johna hat bei ihrer Wiederwahl zur Vorsitzenden des Marburger Bundes angekündigt, im Mai 2027 als erste Frau die Bundesärztekammer zu leiten. In ihrer Rede kritisierte sie die zunehmende Bedeutungslosigkeit der Ärzte in politischen und wirtschaftlichen Fragen und forderte eine stärkere Positionierung der Berufsgruppe.

Kantonsregierung Zürich blockiert barrierefreie Querungen zugunsten des Autoverkehrs

An der Rosengartenstrasse in Zürich scheiden sich die Geister über die Priorisierung im Verkehr. Während die Stadt barrierefreie Querungen plant, blockiert die Kantonsregierung diese mit Verweis auf Staurisiken. Kritiker sehen darin eine klare Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs gegenüber den Anforderungen eines inklusiven Stadtlebens.

Hartmut Graßl: Klimawandel erzwingt neues Zeitalter und US-Wahl als Wendepunkt

Der Physiker und Meteorologe Professor Hartmut Graßl betont in seiner aktuellen Analyse die Dringlichkeit des Pariser Abkommens. Er warnt davor, dass der menschgemachte Klimawandel bereits ein neues Zeitalter erzwungen hat, das jede natürliche Eiszeit verhindert. Zugleich sieht er in der Wahlniederlage der Republikaner in den USA eine wichtige Korrektur für die globale Klimapolitik.

Textgröße ändern: