Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Pflegeversicherung sichert für rund zwei Drittel schlecht ab

Umfrage: Pflegeversicherung sichert für rund zwei Drittel schlecht ab


Umfrage: Pflegeversicherung sichert für rund zwei Drittel schlecht ab
Umfrage: Pflegeversicherung sichert für rund zwei Drittel schlecht ab / Foto: © AFP/Archiv

Rund zwei Drittel der Deutschen sind laut einer Umfrage der Ansicht, dass die Pflegeversicherung im Allgemeinen eher schlecht oder sehr schlecht für den Pflegefall absichert. Mehr als die Hälfte der Befragten macht sich große oder sehr große Sorgen für den Fall, selbst einmal pflegebedürftig zu werden, wie eine am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK ergab.

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Befragt wurden zwischen dem 10. und dem 14. März 1004 Menschen ab 18 Jahren. 96 Prozent der Befragten wünschen sich mehr Unterstützung für pflegende Angehörige. Vor allem Frauen äußerten in der Umfrage diesen Wunsch. Frauen sind in Deutschland deutlich stärker an der Pflege von Angehörigen beteiligt als Männer.

Die Erhöhung des Pflegegelds um fünf Prozent, die laut einem von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) vorgelegten Entwurf eines Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetzes im Jahr 2024 kommen soll, halten 79 Prozent für zu niedrig. 85 Prozent finden, dass die Pflegeversicherung weiterhin alle wesentlichen Pflegekosten übernehmen sollte. Und 83 Prozent sind der Meinung, dass Menschen, die ihr Leben lang Beiträge an die Pflegeversicherung zahlten, nicht zu Sozialfällen werden sollten.

Die DAK forderte weitreichende Änderungen am Entwurf des Pflegeunterstützungsgesetzes. Dieser sehe trotz massiv gestiegener Kosten für Pflegebedürftige und Heime keine finanziellen Entlastungen aus Bundesmitteln vor. "Wenn Minister Lauterbach keine Steuermittel zur Stabilisierung der Pflegeversicherung einsetzt, ist die Pflegereform zum Scheitern verurteilt", erklärte DAK-Chef Andreas Storm. Die Bundesregierung setze einseitig auf Beitragserhöhungen. Die aktuellen Reformpläne gingen an den Realitäten vorbei.

Der Deutsche Landkreistag und die Diakonie Deutschland schlossen sich der DAK-Forderung an. "Der Gesetzentwurf enthält lediglich lange überfällige Reparaturmaßnahmen", erklärte die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Landkreistags, Irene Vorholz. Diese seien für sich genommen richtig, führten aber nur zu kurzzeitigen und punktuellen Entlastungen. "Der große Wurf, den wir eigentlich brauchen, ist das nicht", ergänzte sie. Die Finanzierung des Entwurfs stehe auf brüchigem Fundament, fügte Maria Loheide von der Diakonie hinzu. Nötig sei eine grundlegende Pflegereform.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz erklärte, dass die Angst der Menschen vor einer Pflegebedürftigkeit berechtigt sei. Bisher hätten die Bundesregierungen es nicht geschafft, die Leistungen der Pflegeversicherung für alle Generationen planbar und zukunftssicher zu machen, erklärte Vorstand Eugen Brysch. Die Zuzahlung werde immer unberechenbarer. "Auch das geplante Gesetz wird an diesem politisch gemachten Dilemma nichts ändern", führte er weiter aus.

(A.Nikiforov--DTZ)

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