Deutsche Tageszeitung - Bürger in Nordmazedonien wählen Parlament und Staatsspitze

Bürger in Nordmazedonien wählen Parlament und Staatsspitze


Bürger in Nordmazedonien wählen Parlament und Staatsspitze
Bürger in Nordmazedonien wählen Parlament und Staatsspitze / Foto: © AFP

In Nordmazedonien haben die Bürger am Mittwoch ein neues Parlament gewählt und in einer Stichwahl über einen neuen Präsidenten abgestimmt. Die Wahllokale öffneten um 07.00 Uhr. Die Abstimmung ist richtungsweisend für die künftige EU-Integration des Landes. Sollte die rechtsgerichtete Opposition wie erwartet gewinnen, würde das den EU-Beitritt des Landes deutlich erschweren.

Textgröße ändern:

In der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 25. April hatte die Kandidatin der nationalistischen Partei VMRO-DPMNE, Gordana Siljanovska-Davkova, deutlich vor ihrem Gegner, Amtsinhaber Stevo Pendarovski, gelegen. Dieser wird von den regierenden Sozialdemokraten unterstützt, die einen EU-Beitritt des Landes anstreben.

Mit einem Sieg der VMRO-DPMNE scheint ein EU-Beitritt des Landes jedoch unwahrscheinlich. Denn Parteichef Hristijan Mickoski, der bei einem Sieg seiner Partei bei der Parlamentswahl Ministerpräsident werden könnte, ist auf Konfrontationskurs mit zwei EU-Staaten.

Mickoski weigert sich, den neuen Namen seines Landes anzuerkennen. Die Namensänderung von Mazedonien in Nordmazedonien war 2018 unter griechischer Vermittlung beschlossen worden, um einen jahrelangen Streit mit dem Nachbarland Bulgarien beizulegen. Mickoski lehnt auch eine Anerkennung der bulgarischen Minderheit in Nordmazedonien ab. Die Regierung in Sofia blockiert aus diesen Gründen den EU-Beitrittsprozess Nordmazedoniens.

Mickoskis größtes Versprechen ist, der Wirtschaft Vorrang einzuräumen und zehntausende Arbeitsplätze zu schaffen - eine Botschaft, die bei vielen Wählern angesichts von ökonomischer Krise und grassierender Inflation Anklang findet. In den vergangenen zwei Jahrzehnten verließen etwa zehn Prozent der Bevölkerung das Land, junge Menschen bietet der kleine Balkanstaat kaum Perspektiven.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Radikalisierung junger Männer: Incel-Ideologie und Prävention aus Sicht der Polizei

Die Incel-Bewegung hat sich von einem ursprünglichen Unterstützungsnetzwerk zu einer frauenfeindlichen Ideologie entwickelt, die junge Männer radikalisiert. Catherine Graber von der Kantonspolizei St. Gallen erläutert die Risiken und beschreibt konkrete Präventionsmaßnahmen sowie Warnsignale für potenzielle Gewalttaten.

Neuköllner Linken-Politiker Ahmed Abed vertrat Ibrahim Ibrahim vor Gericht

Im Streit um die Berliner Linken-Abgeordnete Vanessa Emde ist eine weitere Kontroverse aufgetaucht: Der Neuköllner Bürgermeisterkandidat der Partei Die Linke, Ahmed Abed, hat den als Terrorsympathisant bekannten Ibrahim Ibrahim vor Gericht vertreten. Währenddessen haben SPD, Grüne und die Linke in Berlin die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Landesregierung aufgenommen.

Susanne Johna kündigt Kandidatur als BÄK-Präsidentin an

Susanne Johna hat bei ihrer Wiederwahl zur Vorsitzenden des Marburger Bundes angekündigt, im Mai 2027 als erste Frau die Bundesärztekammer zu leiten. In ihrer Rede kritisierte sie die zunehmende Bedeutungslosigkeit der Ärzte in politischen und wirtschaftlichen Fragen und forderte eine stärkere Positionierung der Berufsgruppe.

Kantonsregierung Zürich blockiert barrierefreie Querungen zugunsten des Autoverkehrs

An der Rosengartenstrasse in Zürich scheiden sich die Geister über die Priorisierung im Verkehr. Während die Stadt barrierefreie Querungen plant, blockiert die Kantonsregierung diese mit Verweis auf Staurisiken. Kritiker sehen darin eine klare Bevorzugung des motorisierten Individualverkehrs gegenüber den Anforderungen eines inklusiven Stadtlebens.

Textgröße ändern: