Deutsche Tageszeitung - Mindestens 13 Zivilisten bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet

Mindestens 13 Zivilisten bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet


Mindestens 13 Zivilisten bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet
Mindestens 13 Zivilisten bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet / Foto: © AFP

Bei massiven russischen Angriffen in der Ukraine sind mindestens 13 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. In der Südukraine starben nach Behördenangaben vom Montag mindestens zwei Zivilisten durch russischen Beschuss, in der ostukrainischen Region Charkiw wurden am Sonntag mindestens elf Zivilisten getötet. Russland verkündete derweil die Einnahme eines der letzten bisher unter ukrainischer Kontrolle stehenden Dörfer in der von Moskau für annektiert erklärten Region Luhansk. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beklagte, sein Land verfüge nur über ein Viertel der zu seiner Verteidigung benötigten Luftabwehrsysteme.

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Allein in einem Vorort der ostukrainischen Stadt Charkiw wurden nach Angaben von Innenminister Ihor Klymenko am Sonntag mindestens sechs Menschen durch Angriffe getötet und 27 weitere verletzt. Der Angriff erfolgte nach Polizeiangaben nach einem Muster, das den russischen Truppen immer wieder vorgeworfen wird: Demnach wurde das Gebiet 20 Minuten nach einem ersten Angriff erneut beschossen. Ein solches Vorgehen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass auch Rettungskräfte getroffen werden. Laut Polizei waren unter den Verletzten ein Sanitäter und ein Polizist, die den Opfern des ersten Angriffs zur Hilfe gekommen waren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Russland in einer Reaktion auf den Vorfall vor, Städte und Dörfer zu "terrorisieren" und "normale Leute" zu töten. "Zwei Patriots für Charkiw" könnten die Lage "grundlegend verändern", erklärte er mit Blick auf das moderne US-Luftabwehrsystem.

Zuvor hatte Selenskyj in einem Exklusivinterview mit der Nachrichtenagentur AFP beklagt, die Ukraine verfüge nur über ein Viertel der zu ihrer Verteidigung benötigten Luftabwehrsysteme. Zudem brauche seine Armee etwa 120 bis 130 moderne Kampfjets, um in der Luft ein Kräftegleichgewicht mit Russlands Truppen zu erreichen, sagte Selenskyj AFP in seinem ersten Interview seit Beginn der russischen Bodenoffensive in der Region Charkiw am 10. Mai.

Russland sei bei der Offensive etwa fünf bis zehn Kilometer weit vorgedrungen, sagte der Präsident: "Wir müssen nüchtern feststellen, dass sie weiter auf unser Territorium eingedrungen sind." Weitere Angriffswellen seien zu befürchten.

Während Regionalgouverneur Synegubow erklärte, der russische Vorstoß in Richtung der Städte Charkiw und Kupjansk sei gestoppt, betonte das russische Verteidigungsministerium am Sonntag, seine Truppen setzten ihren Vorstoß "tief in die Verteidigungslinien des Feindes fort".

Am Montag meldete Moskau mit der Einnahme eines der letzten bisher unter ukrainischer Kontrolle stehenden Dörfer in der für annektiert erklärten Region Luhansk in der Ostukraine einen weiteren Erfolg. Die Einheiten der Truppengruppe Süd hätten "die Ortschaft Bilogoriwka in der Volksrepublik Luhansk vollständig befreit und günstigere Positionen besetzt", erklärte das russische Verteidigungsministerium in Moskau. Bilogoriwka war bislang ein Symbol des ukrainischen Widerstandes in der Region Luhansk.

Luhansk ist neben Cherson, Donezk und Saporischschja eine von vier ukrainischen Regionen, die Moskau im Jahr 2022 für annektiert erklärt hatte. Die Regionen befinden sich allerdings nur teilweise unter russischer Kontrolle. Seit langem ist es eines der wichtigsten Ziele des Kreml, die vollständige Kontrolle über diese Gebiete zu erlangen.

Die ukrainische Luftwaffe wehrte nach eigenen Angaben in der Nacht zum Montag mehr als zwei Dutzend Angriffsdrohnen iranischer Bauart ab, die gegen den Westen, das Zentrum und den Süden des Landes gerichtet gewesen seien.

(M.Travkina--DTZ)

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