Deutsche Tageszeitung - 75 Jahre Deutsche Journalistenschule: Scholz betont Bedeutung freier Presse

75 Jahre Deutsche Journalistenschule: Scholz betont Bedeutung freier Presse


75 Jahre Deutsche Journalistenschule: Scholz betont Bedeutung freier Presse
75 Jahre Deutsche Journalistenschule: Scholz betont Bedeutung freier Presse / Foto: © AFP/Archiv

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Bedeutung der freien Presse für die Stabilität der Demokratie betont. "Ohne eine freie, unabhängige und vielfältige Presse wird es nicht nur schwierig mit dem Selberdenken. Ohne eine freie, unabhängige und vielfältige Presse gibt es keine Demokratie", sagte Scholz am Montag bei einem Festakt zum 75-jährigen Bestehen der Deutschen Journalistenschule (DJS) in München.

Textgröße ändern:

Scholz zeigte sich besorgt über eine "Entfremdung" von Politik und Journalismus auf der einen Seite und einem Teil der Gesellschaft in Deutschland auf der anderen Seite. Es gebe ein abnehmendes Vertrauen der Öffentlichkeit in Politik und Medien, sagte der Bundeskanzler. Es sei gefährlich, die Menschen aus dem Blick zu verlieren, die keine Medien nutzten.

Bei Gesprächen mit Bürgern höre er oft ganz andere Fragen, als ihm Journalisten stellten, sagte Scholz. Mit Blick auf die Unterstützung Deutschlands für die Ukraine höre er etwa viel häufiger Sorgen der Bürger, ohne dass es sich dabei um radikale Stimmen handle. Er plädierte für "mehr Meinungsvielfalt" im deutschen Journalismus, für "mehr Inhalte statt Kampagnen". Das würde Deutschland guttun, sagte der SPD-Politiker. Außerdem müsse sich in den Redaktionen etwas verändern. Es gebe dort noch immer zu wenige ostdeutsche Stimmen, auch zu wenige Frauen in Führungspositionen. Der Kanzler betonte: "Bei der Vielfalt der Redaktionen ist, vorsichtig gesagt, noch Luft nach oben."

Die 1949 gegründete Deutsche Journalistenschule ist die älteste Journalistenschule in Deutschland, sie ist von Verlagen und sonstigen Medienunternehmen unabhängig. Die DJS hat seit ihrem Bestehen 2600 Männer und Frauen zu Redakteurinnen und Redakteuren ausgebildet. Zu den prominentesten Absolventen zählen die Fernsehmoderatoren Sandra Maischberger und Günther Jauch. Schulleiterin ist Henriette Löwisch, die ehemalige Chefredakteurin der Nachrichtenagentur AFP in Deutschland.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte in seinem Grußwort zum 75-jährigen Bestehen, "die Deutsche Journalistenschule ist die Kaderschmiede schlechthin". Ihre Absolventen seien "Fackelträger einer Demokratie". Auch Söder hob die Bedeutung der freien Presse und der Demokratie als "unheimlich hohes Gut" hervor - dies dürfe nicht durch Faulheit und Trägheit verspielt werden.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Hartmut Graßl: Klimawandel erzwingt neues Zeitalter und US-Wahl als Wendepunkt

Der Physiker und Meteorologe Professor Hartmut Graßl betont in seiner aktuellen Analyse die Dringlichkeit des Pariser Abkommens. Er warnt davor, dass der menschgemachte Klimawandel bereits ein neues Zeitalter erzwungen hat, das jede natürliche Eiszeit verhindert. Zugleich sieht er in der Wahlniederlage der Republikaner in den USA eine wichtige Korrektur für die globale Klimapolitik.

Gregor Gysi fordert Ausschluss von Vanessa Emde aus der Linksfraktion

Berlin – Jetzt schaltet sich auch Linken-Urgestein Gregor Gysi (78) in den Streit um Vanessa Emde ein! Der Bundestagsabgeordnete spricht sich offen für einen Rauswurf seiner umstrittenen Berliner Parteikollegin aus der Linksfraktion aus.

Stephen Miller übernimmt nach republikanischer Wahlniederlage Trumps Stabsführung

Nach der krachenden Wahlniederlage der Republikaner hat US-Präsident Donald Trump am Freitag seine Stabschefin Susie Wiles entlassen . Bereits am Montag soll ihr bisheriger Stellvertreter Stephen Miller die Leitung des Weissen Hauses übernehmen.

USA setzen Millionenbelohnung für Hinweise zu Irans Atomprogramm aus

Ausserdem sollen Hinweisgeber die Aussicht auf eine «mögliche Umsiedlung bekommen», wie es auf einer Webseite der US-Regierung heisst. Von Interesse seien Informationen über Anlagen, Ausrüstung und beteiligtes Personal wie Wissenschaftler sowie über Material, das weggeschafft worden sei.

Textgröße ändern: