Deutsche Tageszeitung - FDP sieht sich durch EU-Wahl in "Ampel" gestärkt - und warnt vor höheren Ausgaben

FDP sieht sich durch EU-Wahl in "Ampel" gestärkt - und warnt vor höheren Ausgaben


FDP sieht sich durch EU-Wahl in "Ampel" gestärkt - und warnt vor höheren Ausgaben
FDP sieht sich durch EU-Wahl in "Ampel" gestärkt - und warnt vor höheren Ausgaben / Foto: © AFP/Archiv

FDP-Chef Christian Lindner sieht die Stellung seiner Partei in der Ampel-Koalition durch das Ergebnis der EU-Wahl gestärkt. "Das Ergebnis ist ein starkes Signal der Stabilisierung, das wir auch politisch nutzen wollen", sagte Lindner am Montag in Berlin. Der Parteichef warnte die Koalitionspartner vor der Forderung nach mehr Sozialausgaben: Das Wahlergebnis vom Sonntag zeige: "Man wird nicht gewählt, weil man jetzt mehr Geld umverteilt."

Textgröße ändern:

Bei der EU-Wahl am Sonntag hatten die Grünen stark verloren, die SPD musste ebenfalls Verluste einstecken und erreichte ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Europawahl. Die FDP hingegen konnte ihr Ergebnis von 2019 mit leichten Einbußen halten. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2021 verschlechterte sie sich allerdings massiv.

"Es ist nicht der Ruf nach Sozialleistungen, aus dem man das Wahlergebnis erklären könnte", sagte Lindner. Vielmehr müsse die Koalition nun insbesondere in drei Bereichen Profil zeigen: Sie müsse die wirtschaftliche Entwicklung stärken, die Migration besser steuern und kontrollieren und besser erklären, warum Deutschland die Ukraine gegen die russischen Invasoren unterstützt, sagte Lindner.

Der FDP-Chef bekräftigte die roten Linien seiner Partei in der Regierungszusammenarbeit: Die Schuldenbremse müsse erhalten bleiben und es dürfe keine Steuererhöhungen geben. Rufe insbesondere aus der SPD nach einem Aussetzen der Schuldenbremse erteilte Lindner eine klare Absage - und nahm dabei auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in die Pflicht.

"Ich erwarte vom Kanzler, dass er den Koalitionsvertrag auch gegenüber seinen Leuten durchsetzt, weil der Koalitionsvertrag die Voraussetzung für seine Kanzlerschaft war", sagte Lindner. Mit Blick auf die Koalitionspartner sehe die FDP "keinen Grund, Vertrauen in Frage zu stellen". Dies gelte, solange sich alle Partner an die Koalitionsvereinbarungen hielten: "Unsere Schmerzgrenze ist der Versuch, den Koalitionsvertrag zu brechen", sagte der FDP-Chef

Bei der Wahl am Sonntag erhielt die FDP 5,2 Prozent der Stimmen - ein Minus von 0,2 Prozentpunkten im Vergleich zur Europawahl vor fünf Jahren. Lindner hob hervor, dass seine Partei - in absoluten Zahlen - am Sonntag sogar 32.000 Wählerinnen und Wähler hinzugewonnen habe. "Das ist für uns eine Stabilisierung in der Bundespolitik", resümierte er. Bei der Bundestagswahl 2021 hatte die FDP allerdings 11,5 Prozent der Stimmen erhalten.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Gregor Gysi fordert Ausschluss von Vanessa Emde aus der Linksfraktion

Berlin – Jetzt schaltet sich auch Linken-Urgestein Gregor Gysi (78) in den Streit um Vanessa Emde ein! Der Bundestagsabgeordnete spricht sich offen für einen Rauswurf seiner umstrittenen Berliner Parteikollegin aus der Linksfraktion aus.

Stephen Miller übernimmt nach republikanischer Wahlniederlage Trumps Stabsführung

Nach der krachenden Wahlniederlage der Republikaner hat US-Präsident Donald Trump am Freitag seine Stabschefin Susie Wiles entlassen . Bereits am Montag soll ihr bisheriger Stellvertreter Stephen Miller die Leitung des Weissen Hauses übernehmen.

USA setzen Millionenbelohnung für Hinweise zu Irans Atomprogramm aus

Ausserdem sollen Hinweisgeber die Aussicht auf eine «mögliche Umsiedlung bekommen», wie es auf einer Webseite der US-Regierung heisst. Von Interesse seien Informationen über Anlagen, Ausrüstung und beteiligtes Personal wie Wissenschaftler sowie über Material, das weggeschafft worden sei.

Demokraten in Texas: Neue Hoffnung für das Gesundheitswesen nach historischem Wahlsieg

Mit dem Sieg von Gouverneurin Gina Hinojosa haben die Demokraten in Texas nach drei Jahrzehnten die Kontrolle zurückerlangt. Die neue Führung sieht sich nun mit der dringenden Aufgabe konfrontiert, die katastrophale Versorgungslage zu verbessern, während nur zwei Monate bis zur Legislaturperiode bleiben und republikanische Mehrheiten im Senat blockieren könnten.

Textgröße ändern: