Deutsche Tageszeitung - Frankreich will Zahl seiner Soldaten in Westafrika auf 600 reduzieren

Frankreich will Zahl seiner Soldaten in Westafrika auf 600 reduzieren


Frankreich will Zahl seiner Soldaten in Westafrika auf 600 reduzieren
Frankreich will Zahl seiner Soldaten in Westafrika auf 600 reduzieren / Foto: © AFP/Archiv

Vor zwei Jahren waren noch mehr als 5000 französische Soldaten in Westafrika im Einsatz, künftig soll deren Zahl auf etwa 600 verringert werden. Im kommenden Sommer soll zudem eine für Afrika zuständige militärische Kommandozentrale in Paris eingerichtet werden, wie die Nachrichtenagentur AFP aus übereinstimmenden Quellen erfuhr. Der Generalstab der Streitkräfte äußerte sich zunächst nicht dazu.

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Die Pläne entsprechen den Ankündigungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der im Februar eine "deutliche Verringerung" der in Westafrika stationierten französischen Soldaten in Aussicht gestellt hatte. Im Hintergrund steht die zunehmend antifranzösische Haltung der Regierungen mehrerer westafrikanischer Länder, insbesondere derjenigen, die durch einen Staatsstreich an die Macht gekommen sind.

Mali, Burkina Faso und Niger haben die französischen Militärs zum Abzug gedrängt und stattdessen neue militärische Partnerschaften mit Russland geschlossen. Die letzten Bundeswehrsoldaten, die noch in Mali stationiert waren, verließen das Land im Dezember.

In Gabun und Senegal soll die Zahl französischer Soldaten von derzeit je 350 auf je 100 reduziert werden. Auch in der Elfenbeinküste (Côte d'Ivoire), wo derzeit noch 600 französische Soldaten stationiert sind, sollen nur noch etwa 100 verbleiben. Der Tschad bleibt das einzige Land in der Sahelzone, in der noch französische Soldaten stationiert sind. Ihre Zahl soll von derzeit 1000 auf 300 fallen.

Ziel sei eine "weniger sichtbare Präsenz, aber der Erhalt eines Zugangs", hatte kürzlich der Regierungsbeauftragte Jean-Marie Bockel erklärt, der im Juli einen Bericht über die "neuen Partnerschaften" mit westafrikanischen Ländern vorlegen soll. Generalstabschef Thierry Burkhard schließt gemeinsame Militärstützpunkte mit den USA oder anderen Partnern nicht aus.

Kampfeinsätze - wie etwa in der Sahelzone zur Bekämpfung dschihadistischer Gruppen - sind nicht mehr vorgesehen, lediglich die Ausbildung einheimischer Soldaten. Dadurch sollten der Kontakt zu den örtlichen Armeechefs und der "strategische Zugang auf dem Luft- und Seeweg" erhalten bleiben, betonte der General vor einem Parlamentsausschuss im Januar.

Nicht betroffen ist der französische Militärstützpunkt im ostafrikanischen Dschibuti, wo derzeit etwa 1500 französische Soldaten stationiert sind.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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