Deutsche Tageszeitung - Widerstand gegen Benennung des Mailänder Flughafens nach Silvio Berlusconi

Widerstand gegen Benennung des Mailänder Flughafens nach Silvio Berlusconi


Widerstand gegen Benennung des Mailänder Flughafens nach Silvio Berlusconi
Widerstand gegen Benennung des Mailänder Flughafens nach Silvio Berlusconi / Foto: © AFP/Archiv

In Italien formiert sich der Widerstand gegen eine Benennung des Mailänder Flughafens Malpensa nach Silvio Berlusconi. Der Bürgermeister der Stadt, Giuseppe Sala, sagte am Dienstag der Nachrichtenagentur AGI, eine solche Umbenennung sei eine wichtige Entscheidung - eine Entscheidung, die nicht binnen 24 Stunden getroffen werden sollte. Verkündet hatte sie Matteo Salvini von der rechtsnationalen Lega, aktuell Verkehrsminister im Kabinett von Giorgia Meloni.

Textgröße ändern:

Bürgermeister Sala beschwerte sich: "Warum hat er das nicht mit der SEA abgesprochen?" Die SEA betreibt den Flughafen Malpensa, beteiligt am Unternehmen ist auch die Stadt Mailand.

Salvini hatte den Beschluss zur Umbenennung des Flughafens am Freitagabend überraschend in einer Fernsehsendung bekannt gegeben. Die "endgültige" Entscheidung obliege dem Verkehrsminister "und ich bin bereit, sie mit Stolz und Gefühl zu unterzeichnen, in Erinnerung an meinen Freund Silvio, großer Unternehmer, großer Mailänder und großer Italiener".

Ex-Regierungschef Berlusconi war im vergangenen Jahr im Alter von 86 Jahren gestorben. Er ist in Italien stark umstritten. Kritiker sahen in ihm einen Steuerbetrüger und Playboy, der seine politische Macht nutzte, um seine Geschäftsinteressen zu verfolgen. Über lange Jahre war er in Prozesse verwickelt, die mit seinen Bunga-Bunga-Sexpartys zusammenhingen, an denen wohl minderjährige Mädchen teilgenommen hatten.

Die oppositionelle Demokratische Partei (PD) startete umgehend nach Salvinis Ankündigung eine Umfrage zu anderen Namen für Malpensa. Das Leben Berlusconis repräsentiere nicht diejenigen, "die wie wir gegen die Werte kämpfen, für die diese Zeit stand". Die linke Gewerkschaft CGIL schlug den Namen Carla Fracci vor - die legendäre Ballerina, geboren in Mailand, war 2021 gestorben. Ihr Name stehe weltweit für "Eleganz, Stil und Mut".

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Demokraten in Texas: Neue Hoffnung für das Gesundheitswesen nach historischem Wahlsieg

Mit dem Sieg von Gouverneurin Gina Hinojosa haben die Demokraten in Texas nach drei Jahrzehnten die Kontrolle zurückerlangt. Die neue Führung sieht sich nun mit der dringenden Aufgabe konfrontiert, die katastrophale Versorgungslage zu verbessern, während nur zwei Monate bis zur Legislaturperiode bleiben und republikanische Mehrheiten im Senat blockieren könnten.

Trump ernennt Stephen Miller zum Stabschef nach Midterm-Verlusten

US-Präsident Donald Trump hat Stephen Miller zum nächsten Stabschef im Weißen Haus ernannt. Die Entscheidung fällt kurz nach den Midterm-Wahlen, bei denen die Republikaner ihre Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses verloren haben. Miller folgt auf Susie Wiles, die ihren Rücktritt eingereicht hat.

RMT kündigt U-Bahn-Streiks von November bis Februar an

Die Gewerkschaft RMT hat für den Zeitraum von Ende November bis Februar Streiks an der Londoner U-Bahn angekündigt. Auslöser ist ein Streit über die Arbeitsbedingungen der Fahrer, insbesondere im Zusammenhang mit dem Vorschlag von Transport for London (TfL), eine vierwöchige Arbeitswoche einzuführen. Die Gewerkschaft wirft TfL vor, die Bedingungen zu verschlechtern, während das Verkehrsunternehmen dies bestreitet.

Klimawandel: Europäer fordern internationale Kooperation, lehnen persönliche Opfer ab

Eine aktuelle YouGov-Studie deckt ein Paradoxon im europäischen Klimaschutz auf: Die Mehrheit der Bevölkerung in sechs Ländern akzeptiert die menschgemachte Erderwärmung und fürchtet ihre Folgen, lehnt jedoch politische Maßnahmen ab, die mit hohen persönlichen Kosten oder Einschränkungen des Lebensstils verbunden sind. Stattdessen wird eine stärkere Koordinierung auf EU-Ebene bevorzugt.

Textgröße ändern: