Deutsche Tageszeitung - Baerbock zu Palästinenser-Einigung: "Solche Ankündigungen hat es schon vorher gegeben"

Baerbock zu Palästinenser-Einigung: "Solche Ankündigungen hat es schon vorher gegeben"


Baerbock zu Palästinenser-Einigung: "Solche Ankündigungen hat es schon vorher gegeben"
Baerbock zu Palästinenser-Einigung: "Solche Ankündigungen hat es schon vorher gegeben" / Foto: © AFP

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat die von China vermittelte Einigung zwischen rivalisierenden Palästinensergruppen wie Hamas und Fatah auf eine Übergangsregierung für die Nachkriegszeit im Gazastreifen skeptisch kommentiert. "Solche Ankündigungen hab es allerdings schon vorher", sagte Baerbock am Dienstag nach einem Treffen mit ihren niederländischen Amtskollegen Caspar Veldkamp in Berlin.

Textgröße ändern:

Die Bundesregierung habe "die jüngsten Vermittlungsgespräche natürlich zur Kenntnis genommen". Es gehe aber "nicht darum, dass ein Land jetzt mal schnell eine Initiative startet", fügte Baerbock hinzu.

Gespräche über einen Waffenstillstand und eine nachhaltige Friedenslösung müssten "im breiten Kontext der internationalen Gemeinschaft und vor allem mit Blick auf die regionalen Partner passieren", ergänzte die Außenministerin.

"Der allererste Schritt wäre, dass die Hamas endlich alle Geiseln freilässt und den Terror einstellt und sich hinter den Biden-Plan stellt", sagte Baerbock mit Blick auf den Ende Mai vom US-Präsidenten Joe Biden präsentierten Entwurf eines mehrstufigen Abkommens für eine Feuerpause und eine Freilassung der im Gazastreifen verbliebenen Geiseln.

Der niederländische Außenminister Veldkamp bekräftigte die Unterstützung seines Landes für die Ukraine angesichts des russischen Angriffskriegs. Russland mache sich mit seinem Versuch, die Souveränität der Ukraine zu verletzen, des "Neokolonalismus" schuldig, die Welt dürfe "ein solches Verhalten niemals akzeptieren", sagte Veldkamp. Angesichts des Wahlsiegs des niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders im November waren Zweifel an der weiteren Unterstützung des Landes für Kiew aufgekommen.

Chefdiplomat Veldkamp ist Mitglied der seit Anfang Juli amtierenden Regierung unter dem parteilosen Ministerpräsidenten Dick Schoof. Er steht einem ungewöhnlichen Kabinett vor, in dem die Vorsitzenden der vier rechtsgerichteten Parteien, die nach der vorgezogenen Parlamentswahl im November eine Koalition gebildet hatten, nicht vertreten sind.

Der Rechtspopulist Wilders hatte als Wahlsieger eigentlich selbst Regierungschef werden wollen - seine islam- und europafeindlichen Haltungen erschwerten jedoch die Bildung einer Koalition. Mitte März verzichtete Wilders schließlich auf das Amt des Ministerpräsidenten.

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Todesfall von Eva Geller erhöht Opferzahl der Bondi-Strand-Massaker auf 16

Das Massaker an der Bondi Beach in Sydney hat nun offiziell 16 Todesopfer gefordert. Elf Monate nach dem Terroranschlag ist die 90-jährige Eva Geller, eine Holocaust-Überlebende, ihren Verletzungen erlegen. Ihr Tod erhöht die Opferzahl und rückt den langfristigen Einfluss des Angriffs auf das kollektive Gedächtnis Australiens in den Fokus.

Türkei und Südafrika stärken diplomatische und wirtschaftliche Bindungen

Anlässlich des 103. Jahrestags der Türkischen Republik hat die Botschaft in Pretoria die vertieften Beziehungen zwischen Ankara und Südafrika hervorgehoben. Botschafterin Kezban Nilvana Darama Yıldırımgeç betonte die Bedeutung der bevorstehenden bilateralen Kommissionen für Wirtschaft und Diplomatie.

Spanien nominiert Hernández de Cos für EZB und Díaz für IAO

Madrid hat seine Kandidaten für zwei zentrale internationale Ämter vorgestellt. Der Ökonom Pablo Hernández de Cos strebt die Nachfolge von Christine Lagarde an der Europäischen Zentralbank an, während Arbeitsministerin Yolanda Díaz um die Führung der Internationalen Arbeitsorganisation kämpft. Die entscheidenden Abstimmungen sind für November angesetzt.

DA überholt ANC in Ekurhuleni – ActionSA gewinnt an Boden

Bei der Auszählung der Stimmen zu den südafrikanischen Kommunalwahlen 2026 zeichnet sich ein deutlicher Wandel ab. In der Region Ekurhuleni wird die Democratic Alliance (DA) als neuer Führender prognostiziert, während die ActionSA erhebliche Gewinne verzeichnet. Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) ermittelt derzeit die endgültigen Ergebnisse für die kommunalen Räte.

Textgröße ändern: