Deutsche Tageszeitung - Schmerzensgeld nach angeblichen Impfschäden: Weiterer Kläger scheitert vor Gericht

Schmerzensgeld nach angeblichen Impfschäden: Weiterer Kläger scheitert vor Gericht


Schmerzensgeld nach angeblichen Impfschäden: Weiterer Kläger scheitert vor Gericht
Schmerzensgeld nach angeblichen Impfschäden: Weiterer Kläger scheitert vor Gericht / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Vor dem Landgericht Offenburg ist ein 35-Jähriger in einem weiteren Prozess um ein hohes Schmerzensgeld wegen angeblicher Gesundheitsschäden nach einer Coronaimpfung gescheitert. Eine mögliche Haftung des Herstellers sei laut Gesetz an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, die hier nicht erfüllt seien, erklärte das Gericht in der baden-württembergischen Stadt. Das Vakzin müsse bei "bestimmungsmäßigem Gebrauch" schädliche Wirkungen entfalten, die über ein "vertretbares Maß" hinausgingen. Dies sei nicht gegeben. (Az. 2 O 133/23)

Textgröße ändern:

In dem Zivilverfahren forderte der Kläger laut Gericht von dem Hersteller unter anderem mindestens 200.000 Euro Schmerzensgeld, weil er nach einer Coronaimpfung im Jahr 2021 nach eigenen Angaben unter anderem an einer Nierenerkrankung litt. Er behauptete, die Impfung habe seine Erkrankungen ausgelöst. Der Hersteller und dessen Präparat wurde dabei nicht genannt.

Das Landgericht erklärte, der fragliche Impfstoff sei von der Europäischen Arzneimittelagentur EMA vor der Zulassung ausführlich geprüft worden. Von einem "negativen Nutzen-Risiko-Verhältnis", wie es für die Anerkennung von Haftungsansprüchen gegen den Hersteller erforderlich wäre, könne nicht die Rede sein. In der damaligen pandemischen Lage habe der Nutzen der Impfung für die Allgemeinheit die Risiken einer Immunisierung für Einzelne überwogen.

Mit ähnlichen Begründungen hatten zuvor bereits andere deutsche Gerichte in vergleichbaren Fällen entschieden. Im Juli etwa wies das Oberlandesgericht Koblenz die Klage einer Frau gegen einen Impfstoffhersteller unter Verweis auf das positive "Nutzen-Risiko-Verhältnis" ab und verwies dabei ebenfalls auf die Zulassungsbehörden. Hundertprozentiger Schutz vor Komplikationen sei nicht möglich und nicht versprochen worden. Zudem habe die Klägerin nicht nachgewiesen, dass ihre Leiden durch die Impfung entstanden seien.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Trump kündigt Ende des milliardenschweren Israel-Hilfsprogramms an

US-Präsident Donald Trump hat das Aus für ein milliardenschweres Zehn-Jahres-Programm zur Unterstützung der Sicherheit Israels angekündigt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sei mit dem Schritt „einverstanden“, führte aus Trump am Dienstag in einem Telefoninterview mit dem US-Sender „Fox News“.

Russischer Angriff auf Dorf in Saporischschja fordert mindestens 33 Tote

Einen Tag nach dem tödlichen russischen Angriff auf ein Dorf in der Region Saporischschja befürchtet die Ukraine noch über 50 Menschen unter den Trümmern. „Ein einziger Angriff hat 33 Menschen getötet.

Trump will jährliche US-Militärhilfe für Israel bis Jahresende beenden

Präsident Donald Trump hat am Dienstag erklärt, die Vereinigten Staaten würden ihre jährliche Militärhilfe für Israel in Höhe von fast vier Milliarden Dollar bis Jahresende einstellen. Der Zeitpunkt der Ankündigung überraschte: Sie fiel auf den Tag der Zwischenwahlen zum US-Kongress (Midterms) und dürfte einen Konflikt mit dem Kongress auslösen.

Polizeigewerkschaft warnt vor Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) blickt mit Sorge auf eine mögliche Regierungsverantwortung der AfD in Sachsen-Anhalt. „Die Polizei macht erst einmal jeden Tag ihre Arbeit für die Sicherheit aller Menschen in diesem Bundesland“, führte aus der GdP-Vorsitzende, Jochen Kopelke, der Deutschen Presse-Agentur am Rande des GdP-Bundeskongresses in Berlin.

Textgröße ändern: