Deutsche Tageszeitung - Erneut Drohnenangriffe in Russland und Ukraine - Meloni sichert Kiew Hilfe zu

Erneut Drohnenangriffe in Russland und Ukraine - Meloni sichert Kiew Hilfe zu


Erneut Drohnenangriffe in Russland und Ukraine - Meloni sichert Kiew Hilfe zu
Erneut Drohnenangriffe in Russland und Ukraine - Meloni sichert Kiew Hilfe zu / Foto: © AFP

Russland und die Ukraine haben sich am Wochenende erneut gegenseitig mit Drohnen angegriffen. In der westrussischen Region Woronesch brach Gouverneur Alexander Gusew zufolge durch den Abschuss einer ukrainischen Drohne am frühen Samstagmorgen ein Großbrand aus, der mehrere Explosionen auslöste. Russland feuerte laut der ukrainischen Luftwaffe insgesamt 67 Drohnen auf die Ukraine ab. Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni sicherte derweil dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj die anhaltende Unterstützung ihres Landes zu.

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Der Angriff auf die an die Ukraine grenzende russische Region Woronesch richtete sich nach Angaben des ukrainischen Inlandsgeheimdiensts SBU gegen "Militärflugplätze, Munitionslager und Infrastruktureinrichtungen". Dies seien allesamt "legitime Ziele", hinter den Angriffen stecke die Absicht, "eine entmilitarisierte Zone in den an die Ukraine angrenzenden Regionen Russlands zu schaffen". Auch in russischen Kanälen im Onlinedienst Telegram hieß es, in einem Munitionslager sei ein Brand ausgebrochen.

Nach Angaben von Gouverneur Gusew mussten die Bewohnerinnen und Bewohner eines nahegelegenen Dorfs aus Sicherheitsgründen ihre Häuser verlassen. Bei dem Drohnenangriff sei niemand verletzt worden.

Russland gibt derzeit fast täglich den Abschuss ukrainischer Drohnen über seinem Staatsgebiet bekannt. Die ukrainische Armee startete vor gut einem Monat zudem eine Bodenoffensive in der russischen Grenzregion Kursk.

Der ukrainischen Luftwaffe gelang es ihrerseits nach eigenen Angaben, 58 der insgesamt 67 auf das Land abgefeuerten russischen Drohnen abzufangen. AFP-Journalisten berichteten von mehreren lauten Explosionen in der Nacht auf Samstag, Trümmerteile einer abgeschossenen Drohne landeten im Stadtzentrum von Kiew nahe dem Parlament.

Die Kiewer Stadtverwaltung schrieb in Online-Netzwerken von einem "massiven Drohnenangriff". Es verstreiche fast keine Nacht ohne russische Drohnenangriffe auf ukrainisches Gebiet.

Unterdessen rückte die russische Armee im Osten der Ukraine weiter vor. Am Samstag gab das Militär die Einnahme der Ortschaft Kalynowe bekannt. Diese liegt rund 25 Kilometer südöstlich der logistisch wichtigen Stadt Pokrowsk in der Region Donezk, deren Einnahme Russland seit Längerem anstrebt.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte in der vergangenen Woche erklärt, das "vorrangige Ziel" seines Landes im Krieg gegen die Ukraine sei die Einnahme des gesamten Donbas, also der ukrainischen Regionen Donezk und Luhansk.

Bei russischem Beschuss auf die ukrainische Stadt Kostjantiniwka in der Region Donezk wurden Gouverneur Wadym Filaschkin zufolge mindestens drei Menschen getötet. Unterdessen korrigierte die Regionalverwaltung der Region Dnipropetrowsk nach einem russischen Raketenangriff auf die Stadt Pawlohrad die Zahl der Verletzten von 40 auf 82 nach oben. 60 davon würden im Krankenhaus behandelt, erklärte Gouverneur Serhij Lysak.

Unterdessen traf sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach seinem Besuch der Ukraine-Kontaktgruppe im rheinland-pfälzischen Ramstein am Samstag mit Italiens Regierungschefin Meloni. Bei dem Gespräch am Rande des Wirtschaftsforums in Cernobbio am Comer See sicherte Meloni Selenskyj die anhaltende militärische Unterstützung Italiens zu. "Wir dürfen mit Blick auf die Ukraine nicht aufgeben", sagte Meloni.

Die Hilfe für die Ukraine und der "anhaltende Einsatz für die legitime Verteidigung der Ukraine und für einen gerechten und dauerhaften Frieden" nähmen eine "zentrale" Rolle im Rahmen des G7-Vorsitzes ihres Landes ein, sagte Meloni.

Vor seiner Abreise nach Italien hatte Selenskyj am Freitag bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein erneut für die Erlaubnis geworben, mit westlichen Langstreckenwaffen auch Ziele auf russischem Gebiet beschießen zu dürfen. Deutschland sowie die USA reagierten hierauf erneut zurückhaltend. Später kam Selenskyj auch zu einem Vier-Augen-Gespräch mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) in Frankfurt am Main zusammen, bevor er nach Italien weiterreiste.

Am Freitagabend hatte Selenskyj dann bei seinem ersten Auftritt in Cernobbio zugesichert, dass vom Westen gelieferte Langstreckenwaffen im Fall einer Erlaubnis für Angriffe auf russisches Gebiet keinesfalls gegen Zivilisten oder nicht-militärische Ziele gerichtet würden.

(L.Møller--DTZ)

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